Ich mag den Herbst. Zumindest mag ich die Version davon, die auf Bildern immer so aussieht: bunte Blätter, warmer Kaffee, eine gemütliche Decke und natürlich ein perfekt aufgeräumter Schreibtisch. Mein echter Herbst sieht gelegentlich etwas anders aus. Der Kaffee ist kalt, die Decke hat mich inzwischen adoptiert und auf dem Schreibtisch liegt alles, nur keine romantische Herbststimmung.
Dann wird es früher dunkel und ich wundere mich um 16 Uhr, warum ich innerlich schon Feierabend habe, obwohl meine Aufgabenliste davon noch nichts weiß.
An manchen Tagen möchte ich trotzdem mein ganzes Leben neu ordnen. Am besten sofort. Mit neuem Plan, neuem Notizbuch und einer Morgenroutine, die mein bisheriges Ich schon beim Lesen anstrengend findet.
Wenn dann noch mein Zyklus mitmischt, wird es besonders interessant. An einem Tag habe ich Ideen für die nächsten vier Monate. Ein paar Tage später wirkt bereits das Öffnen meines Kalenders wie eine Aufgabe, für die ich eigentlich einen freien Nachmittag beantragen müsste. Ich kenne beide Seiten von mir.
Und genau deshalb wollte ich keinen weiteren Artikel schreiben, der mir erklärt, wie ich im Herbst noch produktiver werde.
Ich wollte lieber ein Bingo machen. Denn manchmal hilft mir Humor mehr als die nächste Anleitung. Ich kann über einen kalten Kaffee lachen und trotzdem erkennen, dass ich seit Stunden von einer Aufgabe zur nächsten springe. Ich kann meine Decke zum Kleidungsstück erklären und gleichzeitig merken, dass ich heute vielleicht wirklich einen langsameren Tag brauche.
So funktioniert mein Herbstblues-Bingo: Markiere jedes Feld, das dir bekannt vorkommt. Vier Felder waagerecht, senkrecht oder diagonal ergeben ein Bingo. Wenn du direkt zwölf Felder markieren kannst, bekommst du leider keinen Pokal. Aber du bekommst vielleicht eine ehrlichere Antwort auf die Frage, warum sich dein Herbst gerade nicht ganz so leicht anfühlt.
Mein Herbstblues-Bingo für zyklusbewusstes Leben
Ich sehe dieses Bingo nicht als Test. Es gibt keine gute Punktzahl und keine schlechte. Ich nutze solche kleinen Selbstchecks lieber, um mich zu ertappen, bevor ich mich wieder grundlos für undiszipliniert halte. Denn manchmal fehlt mir nicht die Motivation. Manchmal habe ich einfach zu viel geplant, zu wenig Pause gemacht oder an einem guten Tag Zusagen verteilt, mit denen mein späteres Ich nun verhandeln muss.
| Kaffee zum dritten Mal aufgewärmt | Seit 14 Uhr überall Licht an | Sommerbilder angesehen | Morgens geprüft, ob es wirklich schon Tag ist |
| Spaziergang vom Fenster aus erledigt | Die Decke zum Kleidungsstück erklärt | Tagsüber müde, abends plötzlich voller Ideen | Die Sonne wie einen Überraschungsgast begrüßt |
| Fünf neue Herbstroutinen gespeichert | Einen kompletten Neustart geplant | Kalender voll, eigene Energie nicht gefragt | An einem guten Tag zu viel zugesagt |
| Vor der Periode dem Herbst die Schuld gegeben | Termin abgesagt und sofort aufgeatmet | Kerzen angezündet, Aufgabe weiterhin zu | Gedanklich bereits im Winterschlaf |
Und, Bingo? Ich würde bei manchen Feldern gern behaupten, dass ich sie nur für diesen Artikel erfunden habe. Leider hat mein mehrfach aufgewärmter Kaffee dazu eine andere Meinung. Hinter jedem Feld steckt aber auch eine kleine Erfahrung, die mir inzwischen hilft, meinen Herbst etwas ehrlicher zu planen.
Wenn mein Herbsttag gefühlt schon am Nachmittag endet
1. Kaffee zum dritten Mal aufgewärmt
Ich mache mir einen Kaffee, stelle ihn ab und entdecke ihn später in einem Zustand wieder, der irgendwo zwischen Getränk und trauriger Erinnerung liegt. Meistens ist nicht der Kaffee das eigentliche Problem. Ich war nur schon wieder gleichzeitig an drei Aufgaben.
Was mir hilft: Ich trinke die ersten Schlucke noch im Sitzen. Nicht als große Achtsamkeitsübung. Mein Kaffee soll nur wenigstens eine faire Chance bekommen.
2. Seit 14 Uhr überall Licht an
Wenn es draußen grau wird, fühlt sich mein Tag schneller beendet an. Meine Aufgaben haben aber offenbar einen anderen Wetterbericht gelesen und stehen weiterhin vollständig da.
Was mir hilft: Ich setze mich für konzentrierte Aufgaben an meinen hellsten Platz. Und wenn ich es schaffe, gehe ich kurz raus. Es muss kein vorbildlicher Herbstspaziergang werden. Einmal um den Block reicht mir oft schon.
3. Sommerbilder angesehen
Eigentlich suche ich nur ein Foto. Plötzlich sehe ich mir 83 Sommerbilder an und vermisse eine Jahreszeit, über deren Hitze ich mich ein paar Wochen vorher noch ausführlich beschwert habe. Konsequenz kann ich.
Was mir hilft: Ich frage mich, was mir daran gerade fehlt. Ist es das Licht, das Draußensein oder das Gefühl, mehr vom Tag zu haben? Dann suche ich mir eine kleine Herbstversion davon.
4. Morgens geprüft, ob es wirklich schon Tag ist
Der Wecker klingelt, draußen ist es dunkel und ich sehe keinerlei glaubwürdigen Beweis dafür, dass der Morgen bereits begonnen hat. Die Uhr behauptet es. Ich bleibe skeptisch.
Was mir hilft: Ich mache den Morgen sichtbar: Vorhang auf, Licht an, etwas trinken. Nicht spektakulär, aber besser, als noch 20 Minuten im Bett zu prüfen, ob Pinterest vielleicht den Sonnenaufgang nachliefert.
Was ich dabei über mich gelernt habe: Mein Alltag verändert sich im Herbst, meine Erwartungen aber nicht automatisch mit. Ich plane teilweise noch so, als wäre jeden Tag Juni, als hätte ich acht Stunden geschlafen und als würde meine Energie pünktlich zusammen mit mir am Schreibtisch erscheinen. Genau da beginnt zyklusbewusstes Leben für mich: nicht mit einem perfekten Phasenplan, sondern mit dem ehrlichen Bemerken.
Wenn meine Energie unter der Decke wohnt
5. Spaziergang vom Fenster aus erledigt
Ich wollte rausgehen. Dann habe ich das Wetter gesehen, kurz aus dem Fenster geschaut und beschlossen, dass der Gedanke im Grunde schon fast als Bewegung zählt.
Was mir hilft: Ich verhandle nicht mehr sofort über eine große Runde. Fünf Minuten sind erlaubt. Wenn ich danach wieder reinwill, darf ich das. Eine kleine Runde ist für mich keine gescheiterte große.
6. Die Decke zum Kleidungsstück erklärt
Meine Decke begleitet mich vom Sofa zum Schreibtisch und manchmal beinahe bis zur Haustür. Ich besitze Pullover, aber keiner davon versteht mich auf diesem Niveau.
Was mir hilft: Ich frage mich ehrlich, ob ich gerade eine Pause brauche oder nur festhänge. Manchmal bleibe ich liegen. Manchmal stehe ich für fünf Minuten auf und komme danach freiwillig zurück. Beides ist erlaubt.
7. Tagsüber müde, abends voller Ideen
Tagsüber schiebe ich Aufgaben durch die Gegend. Sobald ich schlafen könnte, möchte mein Kopf ein neues Projekt beginnen, alte Gespräche analysieren und nebenbei mein ganzes Business umstellen.
Was mir hilft: Ich schreibe die Idee auf, statt ihr sofort einen Namen, ein Logo und ein Geschäftsmodell zu bauen. Am nächsten Tag darf sie erneut vorsprechen.
8. Die Sonne wie einen Überraschungsgast begrüßt
Für drei Minuten kommt die Sonne heraus und ich reagiere, als hätte sie sich nach langer Funkstille endlich persönlich bei mir gemeldet.
Was mir hilft: Wenn ich kann, verschiebe ich meine kurze Pause genau dorthin. Nicht jeder gute Moment muss geplant sein. Manchmal stelle ich mich einfach ans Fenster und freue mich unangemessen doll.
An solchen Tagen versuche ich nicht mehr, meine geringe Energie mit einem ehrgeizigen Gegenprogramm zu besiegen. Das hat bei mir ungefähr so gut funktioniert wie die Idee, ab morgen jeden Tag um fünf Uhr aufzustehen. Ich frage mich lieber: Was ist heute die kleinste brauchbare Version? Eine Aufgabe. Eine kurze Runde. Etwas Warmes essen. Oder eine Pause, bevor wirklich gar nichts mehr geht.
Wenn dein Kopf Neustart ruft, aber dein Herbst erst einmal Sortierung braucht
Genau aus diesem Gefühl ist mein Herbstreset entstanden. Nicht, weil ich im Herbst noch einen schöneren Plan gebraucht habe. Sondern weil ich gemerkt habe, wie viele offene Aufgaben, Erwartungen und alte Vorhaben ich immer noch mit mir herumgetragen habe.
Wenn du dich darin wiedererkennst, kannst du dir hier meinen Herbstreset ansehen:
Wenn mein Kopf einen Neustart plant und mein Kalender mitmacht
9. Fünf neue Herbstroutinen gespeichert
Morgenroutine, Abendroutine, Journaling, Vorkochen und natürlich ein Spaziergang vor Sonnenaufgang. Mein gespeicherter Ordner führt bereits ein ausgeglicheneres Leben als ich.
Was mir hilft: Ich wähle nicht die schönste Routine, sondern eine Kleinigkeit, die ein echtes Problem löst. Wenn ich morgens friere, lege ich den Pullover bereit. Das darf die komplette Routine sein.
10. Einen kompletten Neustart geplant
Neue Jahreszeit, neues Notizbuch, neues Leben. Plötzlich will ich früher schlafen, strukturierter arbeiten und zu einem Menschen werden, der sonntags freiwillig Essen für die ganze Woche vorbereitet. Mein jetziges Ich wurde dazu nicht befragt.
Was mir hilft: Ich frage nicht zuerst, was ich neu anfangen will. Ich frage, was gerade zu viel geworden ist. Mein echter Reset beginnt meistens nicht mit mehr, sondern mit weniger.
11. Kalender voll, eigene Energie nicht gefragt
Auf dem Papier passt alles wunderbar. Meine tatsächliche Energie wurde zu dieser Besprechung nur nicht eingeladen und besitzt offenbar auch kein Stimmrecht.
Was mir hilft: Ich plane zwischen fordernden Terminen Platz ein. Nicht nur für die Fahrzeit, sondern für den überraschenden Fall, dass ich ein Mensch bin und nicht sofort in die nächste Leistung springen kann.
12. An einem guten Tag zu viel zugesagt
An einem energiegeladenen Tag klingt alles machbar. Später betrachte ich meine Zusagen wie Bestellungen, die eine fremde Person über mein Konto aufgegeben hat.
Was mir hilft: Ich prüfe nicht nur, ob an dem Termin Zeit frei ist. Ich schaue auch, was davor und danach liegt. Ein freies Kästchen im Kalender bedeutet nicht automatisch, dass ich dort noch etwas hineinlegen muss.
Ich weiß nicht Wochen im Voraus ganz genau, wie viel Energie ich an einem bestimmten Tag haben werde. Mein Körper schickt mir leider keinen Monatsbericht mit verlässlichen Uhrzeiten. Trotzdem kann ich meine Erfahrungen ernst nehmen. Wenn ich wiederholt merke, dass ich an bestimmten Tagen mehr verspreche, schneller genervt bin oder schwerer anfange, ist dieses Wissen für meine Planung wertvoll.
Meine Ideen sind dabei nicht das Problem. Ich mag es, viele Ideen zu haben. Das Problem entsteht erst, wenn ich jeder Idee sofort einen festen Termin gebe und mein späteres Ich behandeln soll, als hätte es einen rechtsgültigen Vertrag unterschrieben. Inzwischen sammle ich Ideen lieber erst einmal. Umsetzen dürfen sie nach einem zweiten Gespräch.
Wenn ich nicht weiß, ob der Herbst oder mein Zyklus nervt
13. Vor der Periode dem Herbst die Schuld gegeben
Alles wirkt schwerer, lauter oder nerviger und ich mache innerlich erst einmal den Regen verantwortlich. Ein paar Tage später beginnt meine Periode und der Herbst wird aus Mangel an Beweisen teilweise freigesprochen.
Was mir hilft: Ich versuche nicht sofort, einen Schuldigen zu finden. Ich beobachte lieber, ob mir dieses Gefühl bekannt vorkommt. Manchmal reicht schon die Erkenntnis, dass ich heute nicht jede Reaktion abschließend bewerten muss.
14. Termin mit Freunden abgesagt und sofort aufgeatmet
Ich habe lange überlegt, eine ausführliche Begründung formuliert und mich innerlich wie auf eine Uni Präsentation vorbereitet. Dann war der Termin abgesagt und in mir sagte alles nur: Danke.
Was mir hilft: Ich nehme dieses Aufatmen ernst. Nicht jede Absage war automatisch richtig. Aber die Erleichterung zeigt mir oft ziemlich deutlich, dass etwas vorher schon zu viel war.
15. Kerzen an, Aufgabe weiterhin zu
Mein Arbeitsplatz sieht inzwischen aus wie ein herbstliches Titelbild. Die Aufgabe ist weiterhin unangetastet, aber wenigstens scheitert sie jetzt bei stimmungsvoller Beleuchtung.
Was mir hilft: Die Kerze darf bleiben. Ich öffne nur das Dokument und schreibe einen schlechten ersten Satz. Anfangen muss bei mir nicht schön aussehen. Es muss nur irgendwann passieren.
16. Gedanklich bereits im Winterschlaf
Ich möchte alle Termine bis März absagen und erst wieder auftauchen, wenn es nach Frühling riecht. Mein Alltag sieht allerdings keine saisonale Schließzeit vor.
Was mir hilft: Ich plane keinen kompletten Rückzug, sondern einen echten freien Abend. Ohne Nachholen und ohne den Satz: Wenn ich schon zu Hause bin, könnte ich eigentlich noch schnell …
Ich kenne Tage, an denen ich zuerst dem Wetter, dann meinem Kalender und anschließend allen Menschen in einem gewissen Umkreis die Schuld geben möchte. Später merke ich manchmal, dass meine Periode kurz bevorstand. An anderen Tagen war ich schlicht müde, überplant oder genervt. Und manchmal war es wahrscheinlich von allem etwas.
Ich muss nicht immer herausfinden, welcher Anteil genau vom Herbst, vom Zyklus oder von meinem Alltag kam. Diese Auswertung würde mich teilweise mehr Kraft kosten als der eigentliche Tag. Mir reicht oft die Frage: Was würde es heute ein kleines Stück leichter machen?
Mein ehrlicher Herbst-Check:
Was fällt mir gerade grundsätzlich schwer? Was kenne ich von bestimmten Tagen in meinem Zyklus? Wo habe ich mir zu viel vorgenommen? Und welche eine Sache kann ich diese Woche kleiner machen?
Diese vier Fragen bringen mich meistens weiter als zehn neue Routinen, die ich erst einmal farblich in meinen Kalender eintragen müsste.
Was ich aus meinem Herbstblues-Bingo mitnehme
Ich benutze das Wort Herbstblues hier ganz bewusst so, wie ich es in meinem Alltag sage: für diese grauen, müden und manchmal leicht genervten Herbsttage, an denen alles ein bisschen schwerer wirkt. Ich stelle damit keine Diagnose und will auch nicht erklären, was andere Frauen fühlen müssen.
Dieser Artikel ist meine Erfahrung. Das sind die kleinen Situationen, in denen ich mich selbst wiedererkenne und die Dinge, die mir im Alltag helfen. Wenn es mir über längere Zeit wirklich schlecht gehen würde oder mein Alltag kaum noch funktionieren würde, wäre ein Bingo für mich nicht die passende Antwort. Dann würde ich mir Unterstützung holen. Auch das gehört für mich zu ehrlicher Selbstfürsorge.
Für meine normalen Herbsttage brauche ich dagegen oft keinen großen Plan. Mir helfen kleine Entscheidungen: kurz rausgehen, eine Aufgabe streichen, einen Termin nicht noch dazwischenquetschen oder eine Idee aufschreiben, ohne sie sofort umsetzen zu müssen. Das klingt nicht nach einer magischen Herbstverwandlung. Genau deshalb funktioniert es für mich eher.
Häufige Fragen, die ich mir im Herbst selbst stelle
Muss ich meinen Alltag jetzt komplett an meinen Zyklus anpassen?
Ich mache das nicht. Ich beobachte lieber, was sich bei mir wiederholt und plane dort etwas ehrlicher. Ich kann nicht jeden Termin verschieben und will auch nicht mein ganzes Leben in vier Phasen aufteilen. Aber ich kann aufhören, jedes Mal überrascht zu sein, wenn ich an bestimmten Tagen nicht dieselbe Energie habe.
Was mache ich, wenn ich arbeiten muss und keine Energie habe?
Dann versuche ich, aus dem Tag keinen heimlichen Leistungstest zu machen. Ich wähle die wichtigste Aufgabe, verkleinere den ersten Schritt und verschiebe, was nicht wirklich dringend ist. Das klappt nicht immer perfekt. Aber es klappt besser, als mich erst für meine Müdigkeit zu beschimpfen und danach immer noch nichts angefangen zu haben.
Brauche ich eine neue Herbstroutine?
Meistens brauche ich keine komplette. Wenn eine kleine Gewohnheit ein konkretes Problem löst, probiere ich sie aus. Ich muss aber nicht im September zu einem neuen Menschen werden, nur weil Notizbücher und Zimtschnecken plötzlich wieder besser aussehen.
Was mache ich, wenn ich fast das ganze Bingo markieren konnte?
Dann lache ich erst einmal kurz darüber. Danach schaue ich, welches Feld mich gerade wirklich belastet. Nicht alle 16 gleichzeitig. Ein Feld reicht. Vielleicht ist mein Kalender zu voll, vielleicht fehlt mir ein freier Abend oder vielleicht sollte ich meinen Kaffee einfach trinken, solange er noch warm ist.
Reset
von Zyklus im Koffer
Mein Herbstreset für Tage, an denen du nicht noch mehr anfangen willst
Vielleicht hast du beim Bingo gelacht und gleichzeitig gemerkt: Es ist nicht nur der kalte Kaffee. Du schleppst offene Aufgaben, alte Vorhaben und Erwartungen durch den Herbst, obwohl sie längst nicht mehr zu deinem Alltag passen.
Genau dafür habe ich meinen Herbstreset kreiert. Nicht als neuen Leistungsplan und auch nicht als Versprechen, dass danach jeder graue Tag gemütlich wird. Sondern als Einladung, deinen Herbst bewusst zu sortieren, bevor du dich nur noch von Woche zu Woche schiebst.
Fazit: Mein Herbst muss nicht aussehen wie ein Pinterest-Bild
Ich darf den Herbst mögen und trotzdem um 16 Uhr vom Dunkeln genervt sein. Ich darf Kerzen anzünden und gleichzeitig keine Lust auf die nächste große Routine haben. Und ich darf zyklusbewusst leben, ohne jeden müden Nachmittag in eine ausführliche Analyse zu verwandeln.
Das Bingo zeigt mir nicht, dass ich meinen Alltag falsch mache. Es zeigt mir, wo ich gerade genauer hinsehen darf. Manchmal ist mein sinnvollster Herbstplan keine neue Liste. Es ist eine abgesagte Verpflichtung, ein kürzerer Arbeitstag, fünf Minuten vor der Tür oder die Entscheidung, heute nicht aus jeder Idee sofort ein Projekt zu bauen.
Wenn du vier Felder in einer Reihe hast: Bingo. Wenn du fast alle Felder markieren konntest: ebenfalls Bingo. Dann weißt du wenigstens, dass dein Herbst gerade keine weitere Challenge braucht. Vielleicht braucht er einfach ein bisschen weniger Plan und ein bisschen mehr Ehrlichkeit.









