Magazinartiges Titelbild zum Blogartikel „Zyklusbewusst durch den Advent“ mit 8 Tipps für einen entspannteren Dezember, Weihnachtsdekoration, Planer und humorvoller To-do-Szene.

Weihnachtsstress vermeiden, ohne Weihnachten komplett durchzuorganisieren, geht das wirklich? Ich habe irgendwann aufgehört, meinen Dezember so zu planen, als hätte ich jeden Tag dieselbe Energie. Seitdem darf mein Advent nicht nur in meinen Kalender passen, sondern auch ein bisschen mehr zu mir.

Ich nehme mir jedes Jahr ungefähr dasselbe vor: Dieses Weihnachten wird entspannt. Geschenke werden rechtzeitig gekauft, mein Kalender bleibt übersichtlich und ich werde selbstverständlich mehrere Abende mit einem warmen Getränk sehr dekorativ unter einer Decke verbringen. In meinem Kopf sehe ich dabei aus wie die Frau auf einem Weihnachtswerbespot, die offenbar weder unbeantwortete Nachrichten noch Steuerunterlagen oder einen Wäschekorb besitzt.

Mein echter Dezember hat meistens andere Pläne. Irgendwo fehlt noch ein Geschenk, aus einem Weihnachtsmarkt werden plötzlich drei, jemand fragt, ob wir uns „dieses Jahr unbedingt noch einmal sehen“ und gleichzeitig scheint der 31. Dezember eine magische Deadline für alles zu sein, was ich seit Februar irgendwann erledigen wollte. Dazu kommt mein Körper, der sich bis heute hartnäckig weigert, meinen Google Kalender zu synchronisieren. Es gibt Tage, an denen ich raus möchte, Menschen sehen will und beim Gedanken an Weihnachtsmarkt Nummer zwei noch begeistert bin. Und es gibt Tage, an denen ich schon beim Anziehen meiner Schuhe denke, dass Zuhause eigentlich ein erstaunlich schöner Ort ist. 

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit zyklusbewusstem Leben, Selbstreflexion und persönlichen Erfahrungen. Er ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Zyklusphasen können sich individuell sehr unterschiedlich anfühlen.

Kurz gesagt: Was bedeutet zyklusbewusst durch den Advent?

Zyklusbewusst durch den Advent zu gehen bedeutet nicht, Weihnachten perfekt nach vier Zyklusphasen durchzuplanen. Für mich bedeutet es, meine aktuelle Energie, meine Bedürfnisse und meine Tagesform bei meiner Planung mit einzubeziehen. Mein Kalender darf einen Vorschlag machen. Mein Körper bekommt aber weiterhin Stimmrecht.

Der Weihnachtsstress war nicht mein größtes Problem – mein Anspruch daran schon

Eigentlich liebe ich den Dezember. Ich mag Weihnachtslichter, warme Getränke, Weihnachtsmärkte und die Tatsache, dass Zimt für ein paar Wochen scheinbar eine eigene Lebensmittelgruppe wird. Was ich weniger liebe, ist diese unsichtbare zweite To-do-Liste, die irgendwann neben Weihnachten auftaucht. Ich möchte eine schöne Weihnachtszeit haben, gute Geschenke finden, Menschen sehen, arbeiten, Dinge abschließen und natürlich auch noch besinnlich sein. Besinnlichkeit scheint allerdings erstaunlich schwer zu werden, sobald man sie zwischen zwei Termine in einen Kalender einträgt.

Irgendwann habe ich mich deshalb gefragt, seit wann ich Weihnachten eigentlich erfolgreich abschließen muss. Ich brauche am 24. Dezember schließlich keine Urkunde dafür, dass ich genug Plätzchen gegessen, genug Menschen getroffen und meinen Advent besonders effizient genutzt habe. Und genau da wurde mein Dezember langsam leichter. Nicht, weil plötzlich weniger passierte, sondern weil ich aufgehört habe, jeden Tag mit derselben Version von mir zu planen.

Zyklusbewusst leben heißt für mich nicht: vier Phasen, vier perfekte Regeln

Bei zyklusbewusstem Leben entsteht schnell die nächste schöne Anleitung. Während der Menstruation soll ich mich zurückziehen, in der Follikelphase neue Projekte beginnen, rund um den Eisprung sämtliche Menschen meines Bekanntenkreises treffen und in der Lutealphase wahrscheinlich schon prophylaktisch eine Wärmflasche reservieren. Mein echtes Leben ist leider etwas weniger kooperativ. Weihnachten bleibt am 24. Dezember, ein Geburtstag verschiebt sich nicht automatisch und manchmal habe ich ausgerechnet an einem Tag viel Energie, an dem irgendeine Tabelle behauptet, ich müsste eigentlich gerade meine Ruhe wollen.

Deshalb sehe ich die vier Zyklusphasen eher als mögliche Orientierung. Während der Menstruation kann mehr Ruhe guttun. In der Follikelphase kann sich neue Energie bemerkbar machen. Rund um den Eisprung fühlen sich manche Frauen kommunikativer oder aktiver, und in der Lutealphase kann das Bedürfnis nach Rückzug, Klarheit oder weniger Terminen stärker werden. Das sind aber keine vier Persönlichkeiten mit festem Stundenplan. Für mich beginnt zyklusbewusstes Leben viel einfacher: Ich frage mich öfter, wie es mir heute geht, statt von mir zu erwarten, genauso zu funktionieren wie letzte Woche.

Mein wichtigster Gedanke dabei:
Ich muss nicht beweisen, dass mein Zyklus meine Energie beeinflusst, bevor ich einen ruhigeren Tag ernst nehmen darf. Ich darf meine Tagesform wahrnehmen, ohne daraus direkt ein neues Regelwerk zu bauen.

1. Ich plane mit der Energie, die da ist – nicht mit der, die ich gern hätte

Das klingt ziemlich selbstverständlich und war für mich trotzdem ein Prozess. Wenn morgens fünf Dinge im Kalender stehen und ich mittags merke, dass der Tag heute anders läuft, habe ich früher versucht, den Plan trotzdem zu retten. Mittlerweile frage ich mich eher: Welche Version dieses Tages wäre heute noch gut genug? Aus fünf Aufgaben werden vielleicht zwei. Ein Einkauf wird online erledigt. Eine Nachricht bekommt ihre Antwort morgen. Ich verkleinere den Plan, ohne daraus automatisch eine Bewertung meiner Produktivität zu machen.

Gerade im Advent ist das für mich wichtig, weil der Dezember ohnehin voller kleiner Erwartungen steckt. Nicht alles, was theoretisch heute möglich wäre, muss auch heute passieren. Meine Weihnachtszeit wird nicht schlechter, weil ich einen Punkt auf einer Liste verschiebe. Und erstaunlicherweise hat Weihnachten bisher jedes Jahr trotzdem stattgefunden.

2. Viel Energie ist keine Einladung, sie sofort komplett zu verbrauchen

Auch das war so eine meiner Spezialitäten. Wenn ich morgens merke, dass ich richtig viel Energie habe, möchte ein Teil von mir sofort alles erledigen: arbeiten, einkaufen, jemanden treffen, noch schnell etwas vorbereiten und am besten am Abend eine Idee anfangen, die bisher völlig friedlich in meinen Notizen geschlafen hat. Nur weil heute viel geht, muss ich meinen Akku aber nicht bis auf die letzte Prozentzahl verteilen.

Mein Dezember-Merksatz:
Nur weil ich heute viel kann, muss ich heute nicht alles machen.

Genau das empfinde ich auch als zyklusbewusst. Energie nicht nur zu beobachten, wenn sie fehlt, sondern auch dann, wenn viel davon da ist. Ich kann einen guten Tag genießen, ohne ihn sofort wirtschaftlich komplett verwerten zu müssen.

3. Mein Plan B gehört inzwischen genauso zu Weihnachten wie der ursprüngliche Plan

Ein Termin um 18 Uhr kann morgens eine fantastische Idee sein und um 17:12 Uhr plötzlich nach einer persönlichen Prüfung aussehen. Deshalb denke ich bei manchen Dezemberterminen vorher darüber nach, welche Alternative es gibt. Kann ich früher nach Hause fahren? Muss ich am nächsten Morgen direkt wieder etwas vorhaben? Kann ich einen Teil absagen? Manchmal verändert schon das Wissen, dass ich nicht in einem Plan gefangen bin, mein Gefühl zu diesem Termin.

Ein Plan B bedeutet für mich nicht, dass Plan A schlecht war. Er bedeutet nur, dass zwischen der Frau, die vor zwei Wochen begeistert zugesagt hat, und der Frau, die heute tatsächlich ihre Jacke anziehen soll, ein bisschen Leben passiert ist.

4. Selfcare im Advent darf erstaunlich unspektakulär sein

Selfcare im Dezember muss für mich nicht nach Duftkerze, Journaling und perfekt aufgeschäumter Hafermilch aussehen. Manchmal ist Selfcare die Nachricht: „Ich komme gerne, aber ich fahre gegen neun wieder.“ Manchmal ist es ein Essen, das schneller geht als ursprünglich geplant. Manchmal ist es mein Handy für eine Stunde nicht anzufassen. Und manchmal besteht meine persönliche Weihnachtsroutine daraus, den Schlafanzug deutlich früher anzuziehen, als gesellschaftlich wahrscheinlich vorgesehen ist.

Vor allem möchte ich Selfcare nicht mehr zu einer weiteren Aufgabe machen. Ich brauche keinen Adventskalender, der mich am 9. Dezember freundlich daran erinnert, dass ich inzwischen sogar mit meiner Entspannung vier Tage hinterherhinke. Das wäre fast schon beeindruckend: Weihnachtsstress wegen nicht erledigter Selfcare.

Genau deshalb habe ich meine 24 Adventsimpulse erstellt 🎄

Aus genau diesem Gedanken ist mein Printable „24 Impulse für einen zyklusbewussten Advent“ entstanden. Ich wollte keinen Kalender erstellen, den du perfekt vom 1. bis zum 24. Dezember abarbeiten musst. Ich wollte etwas, das neben deinem Dezember liegen darf und sich deinem Alltag anpasst – nicht andersherum.

Im Printable findest du 24 Impulskarten zum Ausschneiden, ein zyklusbewusstes Advents-Bingo und einen Dezember-Check-in. Du kannst eine Karte ziehen, bewusst eine auswählen, einen Impuls wiederholen oder mehrere Tage komplett auslassen. Es gibt nichts aufzuholen und keine Adventspolizei, die am 17. Dezember kontrolliert, ob du bei Karte Nummer 17 angekommen bist.

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5. Ich vergleiche meinen echten Dezember nicht mehr mit fremden Weihnachtsmomenten

Pinterest im Dezember ist wunderschön und gleichzeitig ein kleines Risiko für meine Realitätseinschätzung. Nach ein paar Minuten sieht es aus, als würden andere Menschen seit Mitte November ausschließlich Plätzchen backen, Schleifen binden und sehr entspannt vor perfekt geschmückten Weihnachtsbäumen sitzen. Nirgendwo steht ein Wäscheständer. Niemand sucht ein Paket. Keine Person sagt genervt: „Ich dachte, DU kaufst das Geschenk.“ Faszinierend.

Nur sehe ich auf solchen Bildern eben einen Moment und keinen kompletten Dezember. Ich sehe nicht den Mental Load, die Müdigkeit oder die Dinge, die diese Person vielleicht ebenfalls abgesagt hat. Deshalb versuche ich, meinen echten Alltag nicht mehr gegen eine fremde Momentaufnahme antreten zu lassen. Gemütlichkeit darf auch dann Gemütlichkeit sein, wenn auf dem Tisch noch eine Rechnung liegt.

6. Ich lasse Lücken im Kalender, ohne sie sofort zu verdächtigen

Ein freier Abend ist keine Einladung, dort noch schnell etwas hineinzusetzen. Das ist eine Erkenntnis, die mein motivierteres Ich regelmäßig persönlich nimmt. Gerade in einer Zyklusphase oder an Tagen, an denen ich mehr Rückzug brauche, können freie Zeitfenster unglaublich wertvoll sein. Und wenn ich an diesem Abend plötzlich Lust habe, doch noch etwas zu machen, kann ich das immer noch entscheiden.

Diese kleinen Puffer helfen mir inzwischen mehr als manche komplizierte Planung. Ich muss nicht exakt wissen, wie ich mich in acht Tagen fühlen werde. Ich kann einfach berücksichtigen, dass ich es heute noch nicht weiß.

7. Ich frage mich nicht mehr: Was muss ich schaffen? Sondern: Was würde heute zehn Prozent leichter machen?

Zehn Prozent ist eine meiner Lieblingsgrößen geworden, weil sie nicht verlangt, dass ich mein gesamtes Leben spontan neu organisiere. Vielleicht bestelle ich das Geschenk online. Vielleicht brauche ich heute nicht noch drei Geschäfte. Vielleicht wird aus dem großen Essen eine einfache Version. Vielleicht verschiebe ich etwas. Vielleicht trinke ich meinen Tee tatsächlich einmal warm, statt ihn zwei Stunden später neben meinem Laptop wiederzufinden.

Beim zyklusbewussten Leben geht es für mich oft gar nicht um die spektakuläre Veränderung. Es sind diese kleinen Entscheidungen, bei denen ich nicht automatisch gegen meine aktuelle Energie arbeite.

Mein etwas anderer Countdown bis Weihnachten

24

Was darf
raus?

18

Noch Zeit.
Nicht hetzen.

12

Wie ist meine
Energie?

6

Wo brauche ich
Plan B?

Weihnachten.
Es reicht.

Je näher Weihnachten kommt, desto weniger möchte ich den Countdown als Erinnerung daran sehen, was noch alles erledigt werden muss. Ich frage mich lieber: Was davon ist wirklich wichtig – und was fühlt sich gerade nur dringend an?

8. Weihnachten darf schön sein, ohne dass ich dabei perfekt funktioniere

Vielleicht ist das mein wichtigster Punkt. Ich kann Weihnachten lieben und trotzdem einen Abend für mich brauchen. Ich kann mich auf Menschen freuen und irgendwann genug von Menschen haben. Ich kann eine Weihnachtsfeier absagen und trotzdem kein Weihnachtsmuffel sein. Ich kann während einer energiereichen Phase viel unternehmen und an einem anderen Tag froh darüber sein, dass niemand mehr etwas von mir möchte.

Genau diese Widersprüche möchte ich beim zyklusbewussten Leben nicht mehr wegplanen. Ich muss nicht jeden Tag dieselbe Frau sein, nur damit mein Kalender ordentlich aussieht. Mein Dezember darf mit mir mitgehen.

Häufige Fragen zum zyklusbewussten Advent

Was bedeutet zyklusbewusst durch den Advent?

Zyklusbewusst durch den Advent zu gehen bedeutet, neben Terminen und Weihnachtsplänen auch die eigene aktuelle Energie und Tagesform zu berücksichtigen. Die Zyklusphasen können Orientierung geben, müssen aber nicht zu einem festen Plan werden.

Wie kann ich Weihnachtsstress vermeiden?

Mir helfen kleinere Tagespläne, bewusst freie Zeit, ein Plan B für Termine und die Frage, welche Aufgabe heute wirklich erledigt werden muss. Auch Grenzen und ein freundliches Nein können im Dezember mehr entlasten als eine weitere Selfcare-Routine.

Muss ich meinen Zyklus genau kennen?

Nein. Für mich kann zyklusbewusstes Leben schon damit beginnen, häufiger wahrzunehmen, wie viel Energie heute tatsächlich da ist und wann ein Plan angepasst werden darf. Du brauchst dafür keinen perfekten Zykluskalender.

Was ist in den 24 Adventsimpulsen enthalten?

Das digitale Printable enthält 24 Impulskarten zum Ausschneiden, ein Advents-Bingo, einen Dezember-Check-in und verschiedene Möglichkeiten, die Karten flexibel zu nutzen. Du kannst Impulse auswählen, tauschen, wiederholen oder auslassen.

Fazit: Ich möchte Weihnachten erleben – nicht erfolgreich abschließen

Mein Dezember wird vermutlich auch mit zyklusbewusster Planung nicht vollkommen ruhig. Irgendetwas werde ich vergessen, irgendein Plan wird sich ändern und wahrscheinlich werde ich auch dieses Jahr irgendwann überrascht feststellen, dass der 24. Dezember schneller näher kommt, als ich erwartet hatte. Aber darum geht es mir gar nicht.

Ich möchte meinen Advent nicht perfektionieren. Ich möchte mich selbst darin nur ein bisschen weniger übergehen. Vielleicht ist das manchmal schon genug: den Plan kleiner machen, die eigene Tagesform ernst nehmen und sich daran erinnern, dass Weihnachten kein Projekt mit Abschlussprüfung ist.

Wenn du dir dafür ein paar kleine Erinnerungen auf die Seite legen möchtest, findest du hier meine 24 Impulse für einen zyklusbewussten Advent.

Maria Schwallmann

Bloggerin bei „Zyklus im Koffer“ und überzeugt davon, dass mein Kalender Vorschläge machen darf – aber meine Tagesform trotzdem mitreden sollte.