Pastellgrüner Blog-Header mit der Frage „Warum plane ich meine Tage so, als wäre ich jeden Tag gleich belastbar?“ und einem Schweige-Emoji mit gestrichelter Linie als Symbol für eine ehrliche Planungs-Erkenntnis.

Ich hatte früher eine sehr beeindruckende Fähigkeit: Ich konnte meinen Kalender so füllen, als hätte ich heimlich eine zweite Version von mir im Schrank hängen. Eine, die morgens motiviert aufsteht, mittags konzentriert durchzieht, nachmittags kreativ glänzt, abends noch kurz die Welt rettet und zwischendurch bitte auch noch freundlich, geduldig, sozial kompatibel und halbwegs hübsch angezogen ist.

Ehrlich gesagt klingt das im Nachhinein fast ein bisschen absurd. Aber genau so habe ich lange geplant.

Ich habe mir Tage gebaut, die auf dem Papier richtig gut aussahen. Zehn Pinterest-Pins vorbereiten. Skripte schreiben. Ein bis zwei Blogartikel schreiben. Vielleicht noch eine Aufnahme für ein digitales Produkt. Kurz Mails checken. Kurz Ideen sortieren. Kurz etwas recherchieren. Kurz noch dieses eine Ding machen, das natürlich nie kurz ist, weil „nur kurz“ bei mir ungefähr so zuverlässig ist wie ein Koffer, der angeblich noch Platz für drei Paar Schuhe hat. Und dann saß ich da. Mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Mit meinen inneren Anspruch im Nacken wie ein kleines Teufelchen was auch gern mal zu Wort kommt. Mit einem Tagesplan, der klang wie ein kleines mittelständisches Unternehmen. Nur dass dieses Unternehmen aus mir und meinem Leben bestand. Einer Frau mit Körper, Zyklusphasen, Energieschwankungen, Stimmungsschwankungen, Alltagswahnsinn und manchmal auch einfach einer sehr klaren inneren Durchsage: Heute bitte nicht so tun, als wären wir eine Maschine.

Was mich wirklich verändert hat, war nicht noch ein besseres Planungstool. Nicht noch eine neue Morgenroutine. Nicht die Erkenntnis, dass ich einfach mehr Disziplin brauche. Sondern dieser eine ehrliche Satz: Ich plane nicht mehr gegen mich.

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Und genau deshalb finde ich auch Angebote spannend, die nicht noch mehr inneren Druck machen, sondern helfen, den eigenen inneren Kritiker besser zu verstehen. Ein Kurs wie Dein Kompass zu mehr Selbstwert und Selbstliebe* passte für mich sehr gut dazu. Nicht als schnelle Lösung und nicht als „danach ist alles weichgezeichnet“ wie bei der Bildbearbeitung wo alle „inneren Baustellen“ retourniert sind. Sondern als möglicher Einstieg, wenn du merkst: Vielleicht plane ich nicht nur zu viel. Vielleicht bewerte ich mich auch zu unfair, sobald ich weniger produktiv bin.

Früher dachte ich, mein Problem wäre fehlende Disziplin

Ich habe lange geglaubt, ich müsste mich nur besser organisieren. Noch ein bisschen klarer priorisieren. Noch konsequenter sein. Noch besser vorbereiten. Noch weniger ablenken lassen. Noch strukturierter arbeiten. Und natürlich, Struktur im Alltag hilft. Ich wertschätze wiederkehrende Strukturen und Gewohnheiten. Ich schreibe gerne Listen. Ich mag es, wenn ein Plan so schön aussieht, dass man kurz denkt: Jetzt wird mein Leben endlich ein Pinterest-Board mit funktionierendem Nervensystem.

Aber irgendwann habe ich gemerkt, mein Problem war nicht immer fehlende Disziplin. Oft war das eigentliche Problem, dass ich meinen Kalender voller gemacht habe, als mein Körper und meine Energie gerade tragen konnten. Das ist ein Unterschied. Und zwar ein ziemlich großer.

Es gibt Tage, da kann ich richtig viel bewegen. Da schreibe ich Texte wie diesen Essay, plane, sortiere, erstelle Pins, denke drei Schritte voraus und fühle mich kurz wie meine eigene kleine Content-Agentur mit Kaffee-Flatrate. An solchen Tagen wirkt zyklusbewusst planen fast zu einfach. Ich weiß, was zu tun ist. Ich habe meinen Fokus gefunden. Ich habe Ideen. Ich habe Energie. Der innere Akku ist nicht nur geladen, er blinkt fast ein bisschen übermotiviert.

Und dann gibt es andere Tage. Tage, an denen ich nicht weniger wert bin, nicht schlechter organisiert, nicht fauler und nicht plötzlich „inkonsequent“. Ich bin nur anders verfügbar. Mein Kopf ist langsamer. Mein Körper lauter. Meine Geduld kürzer. Mein Anspruch aber leider oft noch genauso groß wie gestern.

Genau da beginnt das Gefühl von Stress in mir. Nicht, weil ich nichts erreiche in diesen Phasen, sondern weil mein Plan eine Version von mir erwartet, die heute gar nicht anwesend ist.

Offenes Notizbuch auf einem warmen Schreibtisch mit Kaffee, Kalender und handschriftlichen Fragen zur zyklusbewussten Planung und Selbstfürsorge.
Grafik KI-gestützt mit einem von mir erstellten Prompt erstellt. Symbolbild zur Illustration.

Mein Kalender war lange optimistischer als mein Körper

Mein Kalender hatte früher einen sehr interessanten Humor. Er ging offensichtlich davon aus, dass ich jeden Tag gleich belastbar bin. Gleich kreativ. Gleich geduldig. Gleich sozial. Gleich leistungsfähig. Als hätte mein Körper keine wechselnden Bedürfnisse, keine müden Phasen, keine PMS-Tage, keine inneren Wetterumschwünge und keine Tage, an denen schon das Öffnen des Laptops klingt wie eine persönliche Grenzüberschreitung. Dabei wusste ich es eigentlich längst besser.

Ich wusste, dass ich nicht zu jeder Tageszeit gleich funktioniere. Ich wusste, dass mein Fokus manchmal abends noch einmal zurückkommt. Gerade für Outreach, Bewerbungen, Akquise oder Aufgaben, bei denen ich eine bestimmte Art von Klarheit brauche. Gegen 22 Uhr kann bei mir manchmal noch ein kleiner zweiter Arbeitsgeist auftauchen, der sagt: „So, jetzt hätten wir vielleicht noch Kapazität.“ Das glaubt mir leider keiner, aber manchmal ist es wirklich so.

Früher habe ich daraus nur die falsche Schlussfolgerung gezogen. Wenn ich abends gut arbeiten konnte, habe ich tagsüber mehr getrödelt, weil ich vormittags nicht genauso funktioniert habe. Als wäre Energie ein moralisches Thema. Als müsste ich mich dafür entschuldigen, dass mein Fokus nicht brav nach Bürozeiten kommt. Heute sehe ich das anders.

Zyklusbewusst leben bedeutet für mich nicht, jeden Tag perfekt zu analysieren. Ich sitze nicht morgens mit Stirnlampe über meinem Zykluskalender und berechne mein energetisches Schicksal. Es geht auch nicht darum, aus jeder Stimmung eine Wissenschaft zu machen. Für mich bedeutet zyklusbewusst planen vor allem: Ich nehme ernst, dass ich nicht jeden Tag dieselbe Version von mir bin.

Manchmal bin ich motiviert, gesprächig und mutig. Manchmal bin ich perfektionistischer, langsamer und reizbarer. Manchmal will ich neue Projekte umsetzen. Manchmal möchte ich aber auch nur Fotos, Gedanken, Listen, Aufgaben … sortieren. Manchmal ist ein großer kreativer Erfolg bei mir möglich. Manchmal ist es schon ein Erfolg, die richtigen drei Dinge zu erledigen und nicht danach noch so zu tun, als müsste ich fünf weitere aus dem Ärmel schütteln. Das ist kein Drama. Das ist Alltag mit Zyklusphasen für mich. Und ehrlich gesagt, es ist eine ziemliche Erleichterung, wenn man aufhört, daraus ständig ein persönliches Versagen zu machen oder was meinst du?

Viele Frauen planen gegen ihre Energie und nennen es dann Scheitern

Ich glaube, viele Frauen kennen das. Vielleicht du auch. Du machst dir einen Plan. Einen guten Plan. Einen erwachsenen Plan. Einen Plan, der klingt, als hätte eine sehr vernünftige Person kurz dein Leben übernommen. Dann kommt der Tag. Und plötzlich bist du müde, gereizt, empfindlich, langsamer oder innerlich so voll, dass schon eine normale Nachricht klingt wie eine Zumutung mit WLAN.

Und was machen wir dann?

Wir sagen nicht: „Aha, mein innerer Wetterbericht sieht heute anders aus als erwartet.“
Wir sagen: „Ich bin so inkonsequent.“
Oder: „Ich kriege nichts auf die Reihe.“
Oder: „Warum bin ich schon wieder so empfindlich?“
Oder mein persönlicher Klassiker: „Andere schaffen das doch auch.“

Dieser Satz hat schon mehr Frauen aus ihrer eigenen Balance geschubst als jeder schlecht geplante Montagmorgen, habe ich beobachtet.

Denn ganz ehrlich, vielleicht bist du nicht schlecht organisiert. Vielleicht hast du nur gegen deine aktuelle Energie geplant. Vielleicht war dein Plan nicht falsch, aber zu groß für diesen Tag. Vielleicht war dein Anspruch lauter als dein Körpergefühl. Vielleicht hast du dich behandelt, als wärst du ein Akku mit immer derselben Ladekapazität, obwohl du längst spürst, dass das nicht stimmt.

Ich habe dazu schon einmal ausführlicher geschrieben in Der Moment, in dem ich aufgehört habe, meine Energie persönlich zu nehmen. Dieser Gedanke hängt für mich sehr eng damit zusammen. Denn sobald ich meine Energie nicht mehr als Charakterbewertung gesehen habe, konnte ich anfangen, anders zu planen. Nicht unproduktiver. Nicht weniger ambitioniert. Sondern ehrlicher.

Und das ist der Punkt, der mich wirklich verändert hat: Ich musste nicht kleiner denken. Ich musste nur aufhören, meine Pläne so zu bauen, als hätte mein Körper kein Mitspracherecht.

Zyklusbewusst planen ist kein neues Optimierungsprojekt

Ich weiß, bei dem Wort Planung bekommen viele direkt innerlich entweder Glitzerstifte oder Ausschlag. Je nachdem, wie viele Routinen sie schon versucht haben.

Und bei zyklusbewusst planen kann es schnell passieren, dass es klingt wie ein weiteres System, in dem man wieder alles richtig machen muss. Tracke dies. Notiere das. Iss so. Arbeite so. Ruhe genau dann. Sei produktiv hier. Sei emphatisch und verständnisvoll dort. Und schwupps, schon wird aus Selbstfürsorge wieder ein kleines Kontrollzentrum mit hübscher Oberfläche.

Und nach reiflicher Reflexion habe ich entschieden, dass ich das einfach nicht mehr möchte und du?
Zyklusorientiert planen bedeutet für mich nicht, mein Leben noch strenger zu kontrollieren. Es bedeutet eher, mir früher zuzuhören. Nicht erst, wenn mein Körper die Notbremse mit schlechter Laune zieht. Nicht erst, wenn ich vor der Periode müde, gereizt oder komplett überreizt auf dem Sofa sitze und denke: „Interessant, wie überraschend das wieder kam, obwohl es jeden Monat ungefähr zur gleichen Zeit vorbeischaut.“

Es bedeutet, kleine Muster ernst zu nehmen. Zu merken: Ah, in dieser Phase kann ich besser Ideen sammeln. In einer anderen Phase brauche ich mehr Pufferzeiten. Vor Reisen sollte ich nicht nur Outfits planen, sondern auch Pausen, Snacks, Wasser und vielleicht einen Plan B für meine Energie. Bei kreativer Arbeit brauche ich nicht nur Deadlines, sondern auch Raum. Raum für mich. Das klingt weniger spektakulär als „Ich habe mein Leben in 30 Tagen komplett verändert“. Aber es ist echter, authentischer und passt besser in mein Leben.

Wenn du mehr dazu lesen möchtest, passt auch mein Artikel „Warum kleine Gewohnheiten mein Leben mehr verändert haben als große Routinen“ sehr gut dazu. Denn oft sind es nicht die riesigen Umbrüche, die uns den Alltag erleichtern können. Es sind die kleinen Entscheidungen, die uns nicht jeden Tag gegen uns selbst antreten lassen.

Zum Beispiel: nicht jeden Tag die gleiche To-do-Liste erwarten. Nicht jeden Abend noch „kurz“ etwas fertig machen. Nicht jede kreative Phase wie eine Zitrone auspressen, nur weil sie gerade da ist. Nicht jede müde Phase sofort als Problem behandeln. Manchmal ist zyklusbewusste Selbstfürsorge genau das für mich, dass ich weniger gegen sich argumentieren.

Warme Grafik mit Wetter-Symbolen für Fokus, Puffer, leichte Aufgaben und Ruhe als innerer Wetterbericht für zyklusbewusstes Planen.
Grafik KI-gestützt mit einem von mir erstellten Prompt erstellt. Symbolbild zur Illustration.

Mein Körper reist mit, auch wenn mein Kopf nur an Outfits denkt

Vor einer Reisen war ich früher auch sehr gut darin, an alles zu denken, außer richtig an mich.

Outfits? Natürlich. Laptop? Klar. Ladegerät? Hoffentlich. Contentideen? Immer. To-dos? Leider auch. Snacks? Vielleicht irgendwo zwischen „ach, wird schon“ und „ich kaufe mir unterwegs irgendwas“. Pause? Naja. Körper? Der wird schon mitkommen. Heute denke ich an den Satz den meine Oma immer predigte denn mein Körper reist mit. Meine Energieschwankungen reisen mit. Meine Zyklusphasen reisen mit. Und manchmal ist nicht das dritte Sommerkleid der Gamechanger, sondern eine Flasche Wasser, ein paar Snack, wohlverdiente Pausen und ein Plan B.

Das klingt unromantisch, ich weiß. Aber es ist einer dieser Sätze, die mir wirklich geholfen haben. Denn ich habe lange Reisen geplant, als würde nur mein Kopf unterwegs sein. Als könnte ich mich einfach in einen anderen Ort versetzen und dort genauso funktionieren wie zu Hause, nur mit schönerem Licht und besserem Frühstück. Aber unterwegs merkt man oft noch schneller, wie ehrlich der Körper ist, hast du das auch schon einmal mitbekommen? Zu wenig gegessen. Zu wenig getrunken. Zu viele Reize. Zu wenig Schlaf. Ein zu voller Reiseplan. Und plötzlich ist nicht der Ausflug das Problem, sondern die Tatsache, dass man sich selbst nicht mit eingeplant hat.

Den eigenen Körper mit in den Koffer zu packen klingt vielleicht seltsam, aber genau so fühlt es sich für mich an. Ich frage mich heute vor Reisen nicht nur: Was will ich alles mitnehmen? Sondern auch: Was brauche ich, damit ich unterwegs bei mir bleibe und in dem ganzen Trubel trotzdem noch auf meinen Körper höre?

Ein Journal wie das LEBENSKOMPASS® Gedankenmeer Gedankentagebuch* hilft mir dabei auf der ein oder anderen Reise, wenn ich es nicht vergesse mit in den Koffer zu packen. Nicht, weil ein Tagebuch plötzlich alle Probleme löst. Sondern weil es helfen kann, die eigenen Gedanken, Stimmungen und Muster nicht nur im Kopf herumzutragen, wo sie nachts gern eine kleine Versammlung abhalten. Gerade wenn man viel plant, viel fühlt und viel im Kopf sortiert, kann Schreiben ein ziemlich bodenständiger Weg sein, wieder näher an sich, seine Emotionen, Gefühle und Gedanken heranzukommen.

Das sind keine magischen Lösungen. Aber sie erinnern mich an etwas Wichtiges: Ich darf mir Reisebedingungen schaffen, die mich unterstützen. Nicht erst, wenn ich komplett erschöpft von einem langen Ausflugstag bin. Sondern vorher, wenn es vielleicht auch nicht ganz in den Tag passt.

Ich musste lernen, meinen Wert nicht an meine Leistung zu kleben

Der tiefere Teil an diesem ganzen Thema ist aber nicht der Kalender. Auch nicht die Zyklusphasen. Auch nicht die perfekte Planung. Der tiefere Teil ist Selbstwert.

Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich früher oft gegen mich geplant, weil ich mich über Leistung bewertet habe. Wenn ich viel geschafft habe, war ich zufrieden mit mir. Wenn ich wenig geschafft habe, war da sofort dieses unangenehme Gefühl: Du hast nicht genug getan. Du warst nicht konsequent genug. Du hättest mehr machen können.

Und dieser innere Kritiker ist kein netter Mitbewohner. Der zahlt keine Miete, steht aber trotzdem ständig im Flur und kommentiert alles. Genau deshalb passt für mich der Gedanke rund um Selbstwert und Selbstliebe stärken* thematisch so gut zu diesem Essay. Nicht als schnelle Lösung und bitte auch nicht als „danach liebst du dich für immer und schwebst durchs Leben“. So funktioniert das nicht. Aber wenn man merkt, dass der eigene Anspruch ständig lauter ist als das eigene Körpergefühl, dann lohnt es sich, tiefer hinzuschauen: Warum erlaube ich mir Pause erst, wenn ich sie verdient habe? Warum fühle ich mich schlechter, wenn ich weniger schaffe? Warum ist mein erster Gedanke so oft Kritik statt Verständnis?

Ich glaube, viele Frauen brauchen nicht noch mehr Druck. Sie brauchen Werkzeuge, um sich selbst nicht sofort als Problem zu behandeln. Das war bei mir ein echter Wendepunkt. Ich musste nicht lernen, jeden Tag perfekt mit meinem Zyklus zu planen. Ich musste lernen, mich nicht mehr an Tagen abzuwerten, an denen ich anders funktioniere. Das ist ein riesiger Unterschied. Und vielleicht ist genau das die ehrlichste Form von zyklusbewusst arbeiten und leben: nicht nur Aufgaben nach Energie zu sortieren, sondern auch den eigenen inneren Ton dabei zu verändern.

Nicht: „Was ist heute schon wieder los mit mir?“
Sondern: „Was brauche ich heute, damit ich nicht gegen mich arbeite?“

Der kleine Unterschied zwischen Ausrede und Ehrlichkeit

Natürlich gibt es auch die andere Seite. Und ich finde, die muss man ehrlich benennen. Nicht jeder müde Tag ist ein Zeichen, dass alles abgesagt werden muss. Nicht jede Demotivation ist ein tiefes Körpersignal. Manchmal müssen Dinge erledigt werden. Rechnungen zahlen sich nicht mit Mondlicht. Deadlines fragen nicht immer freundlich nach dem Zyklustag. Und ein Business baut sich leider auch nicht nur durch gute Gefühle auf.

Aber zwischen „Ich mache gar nichts mehr, weil ich auf mich höre“ und „Ich ignoriere mich komplett, weil ich funktionieren muss“ liegt ein ziemlich großer Raum. Und genau in diesem Raum möchte ich leben. Zyklusbewusst planen ist für mich keine Einladung, mich aus allem herauszureden. Es ist eine Einladung, ehrlicher zu werden.

➡️ Manchmal heißt das: Ich erledige die Aufgabe trotzdem, aber durch kleine Teilaufgaben.
➡️ Manchmal heißt es: Ich verschiebe etwas, bevor ich mich komplett überarbeite.
➡️ Manchmal heißt es: Ich fokussiere mich heute nur auf die drei Dinge, die wirklich zählen.
➡️ Manchmal heißt es: Ich nutze meinen Abendfokus, ohne mich tagsüber dafür zu kritisieren.
➡️ Manchmal heißt es: Ich nehme mir vor einer Reise weniger vor, damit ich nicht schon erschöpft losfahre.
➡️ Und manchmal heißt es auch: Ich ziehe durch, aber ich mache mir danach keine Bonusliste mit fünf weiteren Aufgaben, nur weil ich einmal Schwung hatte.

Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte: Nicht jede gute Energie muss sofort maximal ausgeschöpft werden. Früher habe ich produktive Tage oft so behandelt, als müsste ich alles nachholen, was ich an langsameren Tagen nicht geschafft habe. Heute versuche ich, produktive Tage nicht als Einladung zur Selbstüberforderung zu sehen, sondern als Geschenk. Ich darf sie nutzen. Aber ich muss sie nicht auspressen wie eine Zitrone, die danach selbst eine Meditation oder andere Entspannungstechniken braucht.

Warme Grafik auf einem Schreibtisch mit zwei Spalten „Gegen mich geplant“ und „Mit mir geplant“ und Beispielen für realistischere zyklusbewusste Planung im Alltag.
Grafik KI-gestützt mit einem von mir erstellten Prompt erstellt. Symbolbild zur Illustration.

Ich höre mir heute früher zu

Der vielleicht schönste Teil an dieser Veränderung ist, dass ich schneller merke, wenn ich wieder anfange, gegen mich zu planen. Nicht immer sofort. Ich bin nicht plötzlich eine weise Frau im Leinenkleid, die bei jeder Kalenderentscheidung tief atmet und innerlich eine Klangschale hört. Keine Sorge, wenn das jetzt den Eindruck erweckt hat. Ich kann mich immer noch mit Aufgabe und meinem inneren Anspruch übernehmen. Ich denke manchmal immer noch: Ach komm, das geht noch. Ich kann immer noch aus Versehen einen Tagesplan bauen, bei dem selbst mein Laptop kurz blinzelt.

Aber ich merke es früher.

Ich merke, wenn mein Plan zu eng getacktet ist. Ich merke, wenn mein Körper nicht mitkommt. Ich merke, wenn ich vor einer Reise an alles denke, nur nicht an Essen, Pausen und meine tatsächliche Energie. Ich merke, wenn ich mich innerlich antreibe, obwohl ich eigentlich gerade einen Gang zurückschalten müsste.

Und auch genau zu dem Thema habe ich einen Essay  „Was mich wirklich verändert hat: Ich höre mir endlich früher zu“ geschrieben, weil genau darum geht es für mich. Nicht erst reagieren, wenn mir alles zu viel ist. Nicht erst freundlich und verständnisvoll mit mir umgehen, wenn ich schon völlig erschöpft bin. Nicht erst den Körper ernst nehmen, wenn er sich auf seine ganz individuelle Art bei dir meldet.

Früher zuhören ist für mich heute eine Form von Selbstrespekt. Und manchmal ist dieses frühere Zuhören etwas ganz Banales. Nachttischlampe aus. Handy weg. Nicht noch eine Folge schauen, nicht noch ein Tab im Kopf öffnen, nicht noch eine „kurze“ Recherche. Eine Premium Seidenschlafmaske* ist für mich so ein kleines Beispiel für Selfcare ohne großes Theater, dass mich dabei unterstützt. Kein „ändere dein komplettes Leben“, sondern eher: Nimm dir Zeit für dich. Entspanne dich, finde in deine Balance. Meine Lebenseinstellung dazu ist, morgen musst du nicht schon heute lösen.

Und vielleicht ist das auch der Kern von zyklusbewusster Planung für deinen Alltag und dein Business: Ich plane nicht mehr nur nach dem, was möglich wäre. Ich plane mehr nach dem, was sich für mich möglich anfühlt genau in dem Moment. Was zu meiner Motivation und tatsächlichen Energie passt und welche mich nicht nach drei Tagen aus dem eigenen Leben nimmt als Schwarz – Weiß Kopie mit den Gewohnheiten und Zielen eines anderen.

Das klingt weniger spektakulär als im sogenannten Hustlemood zu sein, aber es fühlt sich für mich besser an und ich verfolge dadurch meine Ziele auch länger und disziplinierter, versuch es gern auch einmal aus.

Vielleicht darf dein Plan dich unterstützen, statt dich zu bewerten

Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst, möchte ich dir nichts aufdrücken. Keine neue Methode. Kein strenges System. Keine perfekte Routine mit hübschem Namen.

Vielleicht reicht für heute eine Frage: Plane ich gerade mit mir oder gegen mich?

Diese Frage hat bei mir viel verändert. Weil sie nicht anklagend wirkt. Sie sortiert. Sie erschafft für mich den Raum zwischen Anspruch und Realität. Zwischen Kalender und Körper. Zwischen „ich müsste“ und „was brauche ich wirklich?“

➡️ Vielleicht bist du nicht unproduktiv. Vielleicht ist dein Plan nur zu laut.
➡️ Vielleicht bist du nicht empfindlich. Vielleicht hast du zu lange nicht hingehört.
➡️ Vielleicht bist du nicht schlecht organisiert. Vielleicht hast du vergessen, deinen Körper mit einzuplanen.
➡️ Vielleicht bist du nicht faul. Vielleicht ist dein Akku heute einfach anders geladen.

Und ja, natürlich wird es weitere Tage geben, an denen alles durcheinander geht. Tage, an denen der Plan schön war und das Leben trotzdem andere Ideen hatte. Tage, an denen du dich wieder vergleichst. Tage, an denen du vielleicht vor der Periode müde, gereizt, schneller überfordert oder einfach nicht ganz in deiner üblichen Kraft bist.

Aber vielleicht musst du dich dann nicht mehr automatisch falsch oder inkonsequent fühlen. Vielleicht kannst du kurz innehalten und sagen: Ah. Heute planen wir anders.

Nicht schlechter. Nicht kleiner im Sinne von weniger wertvoll. Sondern passender. Das ist es, was mich wirklich verändert hat. Ich plane nicht mehr gegen mich. Nicht immer perfekt. Nicht immer elegant. Manchmal immer noch mit zu viel Kaffee und einem Kalender, der kurz Größenwahn und Hustlemood bekommt. Aber immer öfter mit einem ehrlicheren Blick auf mich selbst. Und ehrlich gesagt: Das ist für mich schon verdammt viel und das wünsche ich mir für dich auch, wenn du das willst.


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1 Kommentar zu „Was mich wirklich verändert hat: Ich plane nicht mehr gegen mich“

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