Illustration einer Frau in Jogginghose mit Wärmflasche und Handy auf dem Sofa. Dazu die Frage, wie sie wegen ihrer Periode absagen kann, wenn heute nur Couch-Potato, Wärmflasche und Jogginghose drin sind.

Ich saß schon öfter vor einer Nachricht, die eigentlich nur sagen sollte: „Ich kann heute nicht.“

Was daraus wurde, war ungefähr eine Mischung aus ärztlichem Befund, persönlicher Entschuldigungserklärung und Bewerbung um den Titel „Trotz Periode weiterhin gesellschaftlich brauchbar“.

Ich erklärte, warum es mir nicht gut ging. Seit wann. Wie selten ich normalerweise absage. Dass ich mich selbstverständlich schrecklich fühle und wirklich gern gekommen wäre. Vermutlich hätte ich noch drei Referenzen angeben können, die bestätigen, dass ich grundsätzlich ein zuverlässiger Mensch bin.

Dabei wollte ich einfach nur einen Termin absagen.

Gerade während der Periode kann schon das Formulieren einer Nachricht erstaunlich anstrengend werden. Du weißt, dass du Ruhe brauchst, möchtest aber niemanden enttäuschen. Also schreibst du einen Satz, löschst ihn wieder und ergänzt beim nächsten Versuch vorsichtshalber deine gesamte charakterliche Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Weil ich selbst weiß, wie viel Kraft dieser kleine Nachrichtenzirkus kosten kann, habe ich dir 15 fertige Absagen geschrieben. Du kannst sie kopieren, anpassen und direkt verschicken – für Freunde und Familie, für Arbeit und Business sowie für Termine und andere Verpflichtungen.

Vorab wichtig: Du musst deine Periode nicht erwähnen, damit deine Absage gültig ist. Nimm die Variante, mit der du dich wohlfühlst. Eine Grenze verliert nicht ihre Gültigkeit, nur weil du keine körperlichen Einzelheiten zur Begutachtung mitgeschickt hast.

Warum wird aus einer Absage plötzlich eine Rechtfertigungsrede?

Eigentlich braucht eine Absage nicht viel: eine klare Information, vielleicht eine kurze Entschuldigung für die Planänderung und – wenn es sinnvoll ist – einen Vorschlag, wie es weitergeht.

In meinem Kopf läuft das allerdings nicht immer so übersichtlich ab. Dort beginnt nach dem Satz „Ich kann heute nicht“ häufig eine spontane Krisensitzung.

War das freundlich genug? Muss ich genauer erklären, warum es mir nicht gut geht? Sollte ich noch erwähnen, dass ich normalerweise wirklich zuverlässig bin? Und wäre ein zusätzliches trauriges Emoji vielleicht hilfreich oder sieht das bereits nach emotionaler Erpressung aus?

Besonders bei Menschen, die mir wichtig sind, möchte ich verhindern, dass meine Absage als Ablehnung verstanden wird. Also erkläre ich weiter. Nicht unbedingt, weil mein Gegenüber diese Informationen verlangt, sondern weil ich hoffe, mit einer besonders guten Begründung jede mögliche Enttäuschung schon vor dem Absenden aus dem Weg räumen zu können.

Nur funktioniert das selten. Ich kann eine Absage freundlich formulieren. Ich kann rechtzeitig Bescheid geben. Ich kann einen neuen Termin vorschlagen. Was ich nicht kann: vollständig kontrollieren, wie die andere Person darauf reagiert.

Jemand darf enttäuscht sein, weil unser Treffen ausfällt. Das ist unangenehm, macht meine Entscheidung aber nicht automatisch falsch.

Eine klare Grenze ist weder aggressiv noch lieblos. Sie sagt lediglich, was heute möglich ist und was nicht. Ich darf freundlich sein, ohne mich sprachlich auf den Boden zu legen und um eine nachträgliche Freigabe für meine eigene Entscheidung zu bitten.

Was ich beim Absagen immer wieder über mich selbst gelernt habe

Ich kann natürlich nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Aber dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen, die meinen persönlichen Nachrichtenzirkus ziemlich zuverlässig erklären.

Erste Erkenntnis: Ich sage meistens viel später ab, als ich eigentlich müsste

Oft merke ich schon deutlich früher, dass ein Termin wahrscheinlich zu viel wird. Trotzdem warte ich. Vielleicht wird es noch besser. Vielleicht kann ich mich doch zusammenreißen. Vielleicht verwandelt sich mein Energielevel innerhalb der nächsten zwei Stunden auf wundersame Weise von „Bitte nicht ansprechen“ zu „Selbstverständlich bin ich bereit für gesellschaftliche Höchstleistungen“.

Das passiert erstaunlich selten.

Statt frühzeitig abzusagen, halte ich mir den Termin innerlich offen und überprüfe ungefähr alle zwanzig Minuten, ob ich inzwischen wieder ausreichend funktioniere. Dadurch erhole ich mich nicht wirklich. Ich verbringe den Tag eher in einer Art Bereitschaftsdienst in Jogginghose.

Wenn ich schließlich absage, fühlt es sich viel dramatischer an, weil es inzwischen kurzfristig geworden ist. Dabei wäre die ehrlichere Entscheidung häufig gewesen, meinem ersten deutlichen Gefühl zu vertrauen.

Zweite Erkenntnis: Ich behandle eine Planänderung schnell wie ein persönliches Fehlverhalten

Wenn ich absage, denke ich nicht nur darüber nach, dass sich ein Termin verändert. Mein Kopf macht daraus gern eine spontane Bewertung meines gesamten Charakters.

Bin ich jetzt unzuverlässig? Bin ich anstrengend? Denkt die andere Person, dass sie mir nicht wichtig ist? Muss ich mit meiner Nachricht gleichzeitig beweisen, dass ich grundsätzlich ein guter Mensch bin?

Genau an diesem Punkt entsteht der Rechtfertigungsroman. Nicht weil die andere Person eine ausführliche Erklärung verlangt, sondern weil ich glaube, meine Absage irgendwie ausgleichen zu müssen.

Dabei wurde kein internationaler Zwischenfall ausgelöst. Ein Treffen wird verschoben. Ein Termin bekommt ein neues Datum. Und meine bisherige Zuverlässigkeit verschwindet nicht plötzlich, nur weil mein Körper an einem Nachmittag andere Pläne hatte.

Diese Erkenntnisse sorgen nicht dafür, dass mir jede Absage plötzlich völlig leichtfällt. Mein schlechtes Gewissen ist schließlich nicht dafür bekannt, sich nach einem einzigen vernünftigen Gedanken höflich abzumelden.

Aber ich erkenne inzwischen schneller, wann ich gerade eine notwendige Information formuliere – und wann ich bereits an meiner charakterlichen Verteidigungsrede arbeite.

Meistens ist die kürzere Nachricht die ehrlichere.

5 Copy-and-Paste-Absagen für Freunde und Familie

Bei Freunden und Familienmitgliedern möchten wir häufig besonders ausführlich erklären, warum etwas heute nicht geht. Schließlich kennen uns diese Menschen gut und wir wollen nicht, dass sie unsere Absage persönlich nehmen.

Aus „Ich brauche heute Ruhe“ wird dann schnell eine Nachricht, in der wir gleichzeitig unsere Schmerzen erklären, unsere Zuneigung versichern und ankündigen, beim nächsten Treffen selbstverständlich doppelt gut gelaunt zu erscheinen.

Das ist nett gemeint, kostet aber Kraft, die gerade ohnehin nicht im Überfluss vorhanden ist. Diese fünf Varianten kannst du direkt übernehmen:

1. Offen und herzlich

Hey, ich muss unser Treffen heute leider absagen. Meine Periode ist dieses Mal ziemlich anstrengend und ich brauche wirklich Ruhe. Es liegt nicht an dir und ich würde unser Treffen sehr gern nachholen. Lass uns einen neuen Termin suchen, sobald es mir wieder besser geht.

2. Kurz und ohne körperliche Einzelheiten

Hey, ich merke, dass ich heute nicht genug Kraft für unser Treffen habe. Deshalb sage ich lieber ehrlich ab, anstatt mich irgendwie durch den Abend zu schleppen. Lass uns gern einen neuen Termin suchen.

3. Mit einer Portion Mary-Humor

Ich muss dir für heute leider absagen. Ich habe kurz versucht, mit meinem Unterleib über die geplante Freizeitgestaltung zu verhandeln. Das Gespräch verlief einseitig und endete mit einer Wärmflasche. Lass uns unser Treffen bitte nachholen.

4. Wenn du sehr kurzfristig absagen musst

Es tut mir leid, dass ich so kurzfristig schreibe. Ich habe bis eben gehofft, dass es noch besser wird, aber ich merke inzwischen deutlich, dass ich heute Ruhe brauche. Deshalb schaffe ich unser Treffen nicht. Können wir es verschieben?

5. Wenn du den Plan verkleinern möchtest

Ich würde dich gern sehen, aber unser ursprünglicher Plan ist mir heute zu viel. Wenn du möchtest, können wir stattdessen etwas Ruhiges machen oder das Treffen verschieben. Mein heutiges Energielevel reicht eher für Tee als für ein gesellschaftliches Großereignis.

Die letzte Variante ist praktisch, wenn du die Person sehen möchtest, aber der geplante Rahmen nicht passt. Du musst nicht automatisch das gesamte Treffen streichen. Manchmal reicht es, aus dem Tagesausflug ein Gespräch auf dem Sofa zu machen.

Wichtig ist nur, dass die Alternative wirklich leichter für dich ist. Wenn du eigentlich allein sein möchtest, musst du aus schlechtem Gewissen kein Ersatzprogramm organisieren.

Grenzen setzen, ohne sich danach selbst vor Gericht zu stellen

Die Nachricht ist verschickt. Eigentlich könnte jetzt Ruhe einkehren. Stattdessen eröffnet dein Kopf eine interne Gerichtsverhandlung.

War die Absage freundlich genug? Ist die andere Person enttäuscht? Glaubt sie, du hättest einfach keine Lust? Solltest du noch eine zweite Nachricht hinterherschicken, in der du deine Zuverlässigkeit der vergangenen sieben Jahre belegst?

Grenzen setzen besteht nicht nur aus dem Satz, den wir nach außen sagen. Es bedeutet auch, die eigene Entscheidung anschließend nicht sofort innerlich zurückzunehmen.

Eine andere Person darf eine Planänderung schade finden. Du kannst das verstehen, ohne daraus abzuleiten, dass du dich gegen deinen aktuellen Zustand entscheiden musst.

Deine Aufgabe besteht nicht darin, jede Enttäuschung zu verhindern. Deine Aufgabe besteht darin, ehrlich mitzuteilen, was heute möglich ist.

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Wenn du Grenzen nicht nur formulieren, sondern auch halten möchtest

Eine fertige Nachricht löst den heutigen Termin. Sie löst allerdings nicht automatisch das schlechte Gewissen, das danach neben dir auf dem Sofa sitzt und wissen möchte, ob du wirklich einen ausreichend wichtigen Grund hattest.

Das „Grenzen setzen Bundle“ von Sina Dieterle unterstützt dich dabei, deine Grenzen wahrzunehmen, klar auszusprechen und auch dann bei ihnen zu bleiben, wenn dein Gegenüber nicht begeistert applaudiert.

Es geht darum, die eigene Entscheidung nicht so lange zu erklären, bis von der ursprünglichen Grenze nur noch eine höfliche Serviette übrig ist.

Zum Grenzen setzen Bundle

5 Copy-and-Paste-Nachrichten für Arbeit und Business

Im beruflichen Umfeld musst du deine Periode nicht erwähnen. Natürlich darfst du offen darüber sprechen, wenn du das möchtest und der Rahmen für dich passt. Verpflichtet bist du dazu nicht.

Bei Kunden, Kollegen oder anderen beruflichen Kontakten reicht eine klare Information darüber, was sich verändert und wie es weitergeht. Dein Gegenüber braucht keine Führung durch deine aktuelle körperliche Gesamtlage. Es braucht Klarheit.

Gerade im Business ist es sinnvoll, direkt die nächste wichtige Information mitzugeben: Wann meldest du dich wieder? Bis wann wird die Aufgabe fertig? Welche Ersatztermine sind möglich?

Das ist zuverlässig, ohne dass du dich durch einen Termin zwingen musst, bei dem dein Gehirn gerade ungefähr so schnell lädt wie ein Laptop aus dem Jahr 2004.

1. Sachlich und professionell

Hallo [Name], ich bin heute gesundheitlich nicht in der Lage, unseren Termin wie geplant wahrzunehmen. Ich melde mich schnellstmöglich mit einem Ersatztermin. Vielen Dank für dein Verständnis.

2. Persönlich, aber ohne Details

Hallo [Name], ich merke heute deutlich, dass ich eine Pause brauche. Deshalb möchte ich unseren Termin verschieben, anstatt nur mit halber Kraft dabei zu sein. Ich schicke dir gern direkt neue Terminvorschläge.

3. Für einen Kundentermin

Hallo [Name], leider kann ich unseren heutigen Termin aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Qualität durchführen, die mir wichtig ist. Deshalb würde ich ihn gern verschieben. Als Ersatz kann ich dir [Termin 1] oder [Termin 2] anbieten. Vielen Dank für dein Verständnis.

4. Wenn eine Aufgabe heute nicht fertig wird

Hallo [Name], ich möchte dir kurz Bescheid geben, dass ich die Aufgabe heute nicht wie geplant abschließen kann. Ich benötige dafür bis [Datum/Uhrzeit]. Sollte die Verschiebung an anderer Stelle etwas verändern, gib mir bitte kurz Bescheid.

5. Für vertraute berufliche Kontakte mit Humor

Hallo [Name], ich beende den Arbeitstag heute früher. Ich sitze inzwischen seit einer Weile vor derselben Aufgabe und wir beide entwickeln keine besonders produktive Beziehung mehr. Ich erhole mich heute und kümmere mich morgen wieder darum. Danke für dein Verständnis.

Professionell zu kommunizieren bedeutet für mich nicht, in jeder körperlichen Verfassung uneingeschränkt weiterzuarbeiten. Es bedeutet, rechtzeitig Bescheid zu geben und realistisch mit den Auswirkungen umzugehen.

Natürlich gibt es berufliche Situationen mit festen Vorgaben, Vertretungsregeln oder internen Abläufen. Die Vorlagen ersetzen diese Regeln nicht. Sie helfen dir lediglich dabei, deine Nachricht klar zu formulieren, ohne zwischen zwei Krämpfen noch die Kommunikationsabteilung eines mittelständischen Unternehmens spielen zu müssen.

5 Copy-and-Paste-Absagen für Termine und Verpflichtungen

Nicht jeder Termin findet mit Menschen statt, denen du einen persönlichen Einblick in dein Leben geben möchtest. Vielleicht musst du einen Friseurtermin absagen, ein Ehrenamt verschieben, eine Veranstaltung ausfallen lassen oder einer Gruppe mitteilen, dass du heute nicht dabei bist.

Auch dafür braucht es keinen langen Bericht. Du darfst dich kurzfassen. Besonders dann, wenn du gerade Schmerzen hast und deine Kraft lieber dafür verwenden möchtest, eine Wärmflasche zu suchen, anstatt die diplomatisch einwandfreieste Absage des Jahrhunderts zu verfassen.

Beachte bei gebuchten Terminen lediglich mögliche Stornierungsfristen. Eine verständliche gesundheitliche Absage führt leider nicht automatisch dazu, dass eine vereinbarte Ausfallgebühr verschwindet.

1. Für einen allgemeinen Termin

Hallo, ich kann den Termin heute leider nicht wahrnehmen und möchte ihn gern verschieben. Bitte gib mir kurz Bescheid, welche Ersatztermine möglich sind. Vielen Dank.

2. Für eine Gruppe oder Veranstaltung

Hallo zusammen, ich bin heute leider nicht dabei, weil es mir gesundheitlich nicht gut genug geht. Ich wünsche euch eine schöne Zeit und bin beim nächsten Mal gern wieder dabei.

3. Wenn du die Periode offen ansprechen möchtest

Hallo, meine Periode ist heute deutlich anstrengender als erwartet. Deshalb muss ich den Termin absagen und mir die nötige Ruhe geben. Ich melde mich wegen eines neuen Termins.

4. Wenn du keine Diskussion möchtest

Hallo, ich kann meine Zusage für heute leider nicht einhalten. Ich brauche den Tag zur Erholung und werde deshalb nicht teilnehmen. Danke für dein Verständnis.

5. Mit Mary-Humor für einen lockeren Rahmen

Ich muss für heute leider passen. Mein Körper hat mir eine sehr überzeugende Einladung zu einem exklusiven Abend mit Tee, Decke und möglichst wenig menschlicher Interaktion geschickt. Ich bin beim nächsten Mal gern wieder dabei.

Vor allem der Satz „Ich brauche den Tag zur Erholung“ darf einfach stehen bleiben. Du musst danach kein „aber vielleicht komme ich später doch noch“ ergänzen, wenn du bereits weißt, dass du nicht teilnehmen wirst.

Eine Grenze mit eingebauter Hintertür sorgt häufig nur dafür, dass du den gesamten Tag prüfst, ob du vielleicht doch noch ausreichend funktionierst.

Das ist keine Pause. Das ist Bereitschaftsdienst in Jogginghose.

Was kannst du schreiben, wenn jemand nachfragt?

Manchmal wird eine Absage einfach angenommen. Manchmal kommt ein „Was hast du denn?“ oder „Kannst du nicht wenigstens kurz kommen?“ zurück.

Nicht jede Nachfrage ist böse gemeint. Einige Menschen interessieren sich ehrlich dafür, wie es dir geht. Trotzdem entscheidest du, wie viel du erzählen möchtest. Eine Nachfrage verpflichtet dich nicht zu einer ausführlicheren Erklärung.

Wenn jemand versucht, deine Entscheidung zu verhandeln, musst du nicht bei jeder Nachfrage eine neue und noch überzeugendere Begründung erfinden. Du kannst deine Aussage ruhig wiederholen. Nicht unfreundlich, nicht gereizt und auch nicht als zwölfteilige PowerPoint-Präsentation über deinen aktuellen körperlichen Zustand.

Du bleibst einfach bei dem, was du bereits gesagt hast: Heute geht es nicht.

Wenn du keine Details nennen möchtest:
Danke, dass du nachfragst. Ich möchte gerade nicht näher darauf eingehen, brauche heute aber wirklich Ruhe.

Wenn die andere Person dich überreden möchte:
Ich verstehe, dass du mich gern dabeihättest. Meine Entscheidung für heute steht trotzdem fest.

Wenn du Klarheit schaffen möchtest:
Ich werde heute nicht kommen. Lass uns gern an einem anderen Tag etwas Neues vereinbaren.

Wenn Humor zwischen euch funktioniert:
Ich habe die Lage noch einmal geprüft. Tee und Wärmflasche haben die Abstimmung leider eindeutig gewonnen.

Der entscheidende Punkt ist: Wiederhole deine Grenze, statt eine immer längere Begründung zu erfinden. Je ausführlicher du dich verteidigst, desto leichter kann der Eindruck entstehen, deine Entscheidung sei noch verhandelbar.

Ich kenne diesen Impuls selbst. Sobald jemand nachfragt, möchte mein Kopf sofort neues Beweismaterial sammeln. Noch ein Symptom, noch eine Erklärung, noch ein Satz, der bestätigt, dass ich wirklich nicht einfach nur keine Lust habe.

Aber auch eine Nachfrage ändert nichts daran, dass ich meine eigene Verfassung besser einschätzen kann als die Person auf der anderen Seite des Chats.

Musst du dich für eine Absage entschuldigen?

Ein kurzes „Es tut mir leid“ kann freundlich und ehrlich gemeint sein. Dir kann leidtun, dass ein Treffen ausfällt oder jemand umplanen muss. Das bedeutet jedoch nicht, dass du dich für einen Körper mit Grenzen schuldig sprechen musst.

Problematisch wird es eher, wenn aus einer Entschuldigung fünf werden und die Nachricht plötzlich klingt, als hättest du nicht einen Termin verschoben, sondern versehentlich das Familienerbstück verkauft.

Du kannst deine Nachricht deshalb auch mit einem Dank abschließen:

Statt:
„Es tut mir so unglaublich leid, dass ich schon wieder absagen muss. Bitte sei nicht sauer.“

Klarer:
„Danke für dein Verständnis. Ich melde mich, damit wir einen neuen Termin vereinbaren können.“

Das wirkt ruhiger und weniger so, als würdest du um eine nachträgliche Genehmigung für deine eigene Entscheidung bitten.

Trotzdem musst du jetzt nicht jedes „Entschuldigung“ aus deinem Wortschatz verbannen und anschließend jede Nachricht sprachwissenschaftlich untersuchen. Es geht nicht um das perfekte Grenzensetz-Vokabular.

Es geht darum, dich nicht vollständig in deiner Rechtfertigung zu verlieren.

Häufige Fragen zu Absagen während der Periode

Muss ich erwähnen, dass ich meine Periode habe?

Nein. Du kannst offen darüber sprechen, wenn du dich damit wohlfühlst. Du darfst aber genauso gut sagen, dass es dir gesundheitlich nicht gut geht oder dass du heute Ruhe brauchst. Wie viele Informationen du weitergibst, entscheidest du.

Macht mich eine Absage unzuverlässig?

Eine einzelne Absage macht dich nicht unzuverlässig. Für mich bedeutet Zuverlässigkeit nicht, jeden Termin um jeden Preis wahrzunehmen. Sie zeigt sich auch darin, möglichst früh Bescheid zu geben, klar zu kommunizieren und bei beruflichen Terminen eine Lösung oder einen Ersatztermin anzubieten.

Was ist, wenn die andere Person enttäuscht reagiert?

Dann darf sie enttäuscht sein. Du kannst dieses Gefühl verstehen und trotzdem bei deiner Absage bleiben. Die Reaktion eines anderen Menschen entscheidet nicht automatisch darüber, ob deine Grenze berechtigt war.

Darf ich wegen meiner Periode kurzfristig absagen?

Beschwerden lassen sich nicht immer mehrere Tage vorher exakt einschätzen. Sobald du merkst, dass es nicht geht, kannst du möglichst schnell Bescheid geben. Prüfe bei gebuchten Dienstleistungen zusätzlich, ob Stornierungsfristen oder Ausfallgebühren gelten.

Was ist, wenn ich mich nach dem Absenden sofort schuldig fühle?

Dann musst du die Absage nicht sofort zurücknehmen. Gib dir erst einmal etwas Zeit. Nur weil sich eine Grenze ungewohnt oder unangenehm anfühlt, ist sie nicht automatisch falsch. Dein schlechtes Gewissen ist ein Gefühl – keine offizielle Beschwerdestelle, die deine Entscheidung widerrufen darf.

Was mache ich bei regelmäßig sehr starken Beschwerden?

Wenn starke Schmerzen, ungewöhnlich starke Blutungen oder andere Beschwerden regelmäßig deinen Alltag einschränken, solltest du sie ärztlich abklären lassen. Die fertigen Nachrichten können dir die Kommunikation erleichtern, ersetzen aber keine medizinische Untersuchung.

Fazit: Deine Grenze braucht keine Doktorarbeit

Du darfst einen Termin absagen, weil du heute nicht kannst. Nicht erst, wenn gar nichts mehr geht. Nicht erst, wenn dein Gegenüber deine Begründung geprüft und für ausreichend befunden hat. Und auch nicht erst, wenn deine Nachricht länger geworden ist als der Termin selbst.

Eine klare Absage ist nicht lieblos. Sie kann ehrlicher sein, als dich zu einem Treffen oder durch einen Arbeitstermin zu schleppen, während du innerlich nur noch an Sofa, Ruhe und das vorläufige Ende sämtlicher menschlicher Kommunikation denkst.

Such dir aus den Vorlagen die Nachricht aus, die zu deiner Situation passt. Kopiere sie. Verändere sie, wenn nötig. Schicke sie ab.

Und dann bitte nicht die nächsten 45 Minuten auf den Bildschirm starren und untersuchen, ob der Punkt am Satzende möglicherweise emotional zu kühl gewirkt hat.

Es war ein Satzzeichen. Keine Beleidigung.

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Möchtest du deine Grenzen auch nach dem Absenden ernst nehmen?

Die passende Nachricht zu finden ist der erste Schritt. Der schwierigere Teil beginnt manchmal danach: bei deiner Entscheidung zu bleiben, auch wenn jemand nachfragt, enttäuscht reagiert oder dein schlechtes Gewissen bereits eine zwölfminütige Sprachnachricht vorbereitet.

Im „Grenzen setzen Bundle“ von Sina Dieterle kannst du dich intensiver damit beschäftigen, deine Grenzen wahrzunehmen, klar zu kommunizieren und nicht bei jedem Widerstand sofort wieder einzusammeln.

Du bekommst in diesem Artikel die fertigen Worte für den akuten Couchpotato Moment, wie ich es so gern sage. Im Bundle kannst du dich mit dem beschäftigen, was hinter dem ständigen Rechtfertigen steckt.

Grenzen setzen Bundle ansehen

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt meine persönlichen Erfahrungen und allgemeine Möglichkeiten zur Kommunikation. Bei starken, wiederkehrenden oder ungewöhnlichen Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

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