Rein rechnerisch also mehr als genug Zeit. Was ich dabei übersehen hatte: Der Dezember besitzt zwar 31 Tage, aber ungefähr 47 Weihnachtsmärkte, 16 Verabredungen, mehrere Plätzchensorten und die gesellschaftliche Erwartung, dass Frauen nebenbei persönliche Geschenke finden, die aussehen, als hätten sie seit März darauf hingearbeitet. Ich möchte an dieser Stelle ein Weihnachtsklischee offiziell zurückgeben: Nein, nicht jede Frau findet automatisch die besseren Geschenke als Männer.
Ich sehe im Oktober keine Tasse und denke: „Die wäre perfekt für Tante Karin.“ Ich sehe diese Tasse am 23. Dezember und denke: „Wem könnte ich glaubwürdig erzählen, dass ich dabei sofort an ihn gedacht habe?“ Und als wäre das nicht genug, befand ich mich ausgerechnet in meinem inneren Herbst. Also in der Zeit, in der mein innerer Kritiker bei mir gern nicht nur anklopft, sondern mit Klemmbrett, Jahresbilanz und einer Liste aller Entscheidungen einzieht, die ich seit Januar besser hätte treffen können.
Die Lage am 23. Dezember: drei offene Businessaufgaben, zu wenig Geschenke, kein Geschenkpapier und ein innerer Kritiker, der sich offenbar für die Weihnachtsvertretung der Geschäftsführung hielt.
Wie aus „Ich mache das später“ plötzlich der 23. Dezember wurde
Ich hatte Weihnachten nicht vergessen. Ich hatte es nur sehr lange für ein Problem meines zukünftigen Ichs gehalten. Dieses zukünftige Ich war in meiner Vorstellung hervorragend organisiert, kreativ und emotional ausgeglichen. Es würde Geschenke liebevoll auswählen, das Business für Januar vorbereiten und zwischendurch noch Plätzchen backen, die aussehen wie aus einem Weihnachtsmagazin.
Am 23. Dezember traf ich dieses zukünftige Ich endlich. Es war überraschenderweise immer noch ich. Nur mit weniger Zeit.
Dabei hatte der Dezember durchaus freundlich angefangen. Ich war auf dem Weihnachtsmarkt gewesen, hatte Plätzchen gebacken und sogar kurz dieses Gefühl gehabt, diesmal würde ich die Adventszeit wirklich bewusst erleben. Ich stand mit einem warmen Getränk zwischen Lichterketten, roch gebrannte Mandeln und dachte: Genau so soll Weihnachten sein. Was ich in diesem romantischen Moment nicht dachte: Vielleicht sollte ich jetzt schon einmal prüfen, ob ich überhaupt Geschenkpapier besitze.
Stattdessen sammelte ich schöne Dezembermomente und verschob die organisatorischen Dezembermomente konsequent auf später. Das ist eine Fähigkeit, die auf Weihnachtsmärkten besonders gut funktioniert. Zwischen Musik, Lichtern und dem dritten Stand mit handgemachten Kerzen wirkt der 23. Dezember noch weit entfernt. Der Kalender wusste es besser, aber ich hatte ihn nicht gefragt.
Auch mein Business befand sich im November noch im Expansionsmodus. Ich dachte über neue Projekte, Inhalte und Möglichkeiten nach. Dann kam der Dezember und mit ihm der unausgesprochene Anspruch, nicht nur Weihnachten vorzubereiten, sondern auch das komplette vergangene Geschäftsjahr auszuwerten und das nächste möglichst visionärhaft zu planen. Offenbar sollte ich gleichzeitig besinnlich zurückblicken und strategisch nach vorn sprinten. Eine faszinierende Kombination.
Auf meinem Schreibtisch lagen Notizen für das kommende Businessjahr. Welche Inhalte liefen gut? Welche Angebote wollte ich weiterentwickeln? Welche Zahlen musste ich noch auswerten? Mein Business war nicht schuld daran, dass Weihnachten näher rückte. Es benahm sich nur wie jedes Projekt kurz vor einer Pause: Plötzlich schienen alle offenen Aufgaben gleichzeitig noch sehr wichtig.
Dazu kamen die privaten Fragen. Wer bekommt was? Ist ein Gutschein zu unpersönlich? Ist ein gekauftes Set zu unpersönlich? Ist ein selbst zusammengestelltes Set persönlicher oder nur dieselbe Sache mit drei zusätzlichen Stunden Aufwand? Und warum fühlt sich die Auswahl eines Weihnachtsgeschenks plötzlich an wie eine Prüfung darüber, wie gut ich einen Menschen wirklich kenne?
Genau da wurde es ungemütlich. Ich wollte nicht einfach irgendein Geschenk kaufen. Gleichzeitig hatte ich keine Energie mehr dafür, jedem Gegenstand eine tiefere Bedeutung zu geben. Eine Decke durfte vielleicht einfach eine Decke sein. Sie musste nicht symbolisieren, dass ich die gesamte Persönlichkeit des Beschenkten verstanden hatte.
Mein innerer Herbst hielt seine Weihnachtsansprache
In dem Buch Superpower Periode beschreibt Maisie Hill die Zyklusphasen sinngemäß als Jahreszeiten. Die Lutealphase wird dabei häufig mit dem inneren Herbst verbunden. Ich finde dieses Bild hilfreich, weil es nicht behauptet, dass jede Frau an jedem Zyklustag gleich empfindet. Es gibt mir aber Worte für etwas, das ich aus meinem Alltag kenne: In dieser Phase sehe ich oft sehr deutlich, was nicht stimmt, was zu viel ist und wo ich mich selbst übergangen habe.
Das kann hilfreich sein. Es kann aber auch dazu führen, dass eine leere Geschenkpapierrolle plötzlich als Beweisstück in einem Tageskritikformular über meine gesamte Lebensorganisation zugelassen wird.
Mein innerer Kritiker hatte jedenfalls einiges vorbereitet: Andere Menschen kaufen früher ein. Andere Frauen haben bessere Geschenkideen. Andere Selbstständige haben ihre Jahresplanung längst abgeschlossen. Andere backen wahrscheinlich bereits die vierte Sorte Plätzchen und sehen dabei entspannt aus.
Ich dagegen stand zwischen offenen Tabs auf dem Laptop, einer Einkaufsliste und einer Rolle Geschenkpapier, auf der noch ungefähr genug Papier für einen Lippenstift vorhanden war. Immerhin einen sehr kleinen Lippenstift.
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Superpower Periode: Die vier inneren Jahreszeiten besser verstehen
Wenn du die Bilder vom inneren Frühling, Sommer, Herbst und Winter kennenlernen möchtest, kannst du dir Maisie Hills Buch Superpower Periode ansehen. Ich mag an diesem Ansatz besonders, dass die Phasen als mögliche Orientierung beschrieben werden und nicht als starre Vorschrift dafür, wie eine Frau sich zu fühlen hat.
Das Buch ersetzt keine medizinische Beratung. Mir kann es aber dabei helfen, eigene Beobachtungen einzuordnen und den inneren Kritiker nicht sofort mit der objektiven Wahrheit zu verwechseln.
Die Sanduhr bekam an diesem Tag mehr Verantwortung als ich
Ich hätte jetzt eine perfekte Prioritätenliste schreiben können. Mit Farben, Kategorien und einer zusätzlichen Spalte für das geschätzte Stresspotenzial. Das hätte ungefähr 40 Minuten gedauert und keine einzige Aufgabe erledigt.
Stattdessen nahm ich eine Sanduhr. Ich nutze so eine zeitliche Begrenzung inzwischen gern, wenn mein Kopf aus einer überschaubaren Aufgabe ein mehrteiliges Lebensprojekt baut. Eine halbe Stunde klingt nicht spektakulär. Genau das war der Punkt. Ich brauchte keine neue Produktivitätsphilosophie. Ich brauchte ein sichtbares Ende.
Die erste Sanduhrlänge gehörte meinem Business. Nicht dem gesamten Jahresabschluss, nicht allen Analysen und schon gar nicht jeder Idee für das kommende Jahr. Ich entschied mich für eine Sache, die vor Weihnachten wirklich noch erledigt werden musste. Alles andere bekam einen Termin nach den Feiertagen.
Die zweite Sanduhrlänge gehörte den Geschenken. Ich durfte suchen, vergleichen und mich entscheiden. Ich durfte aber nicht 28 Wellness-Sets öffnen, um am Ende festzustellen, dass Set Nummer drei wahrscheinlich doch völlig in Ordnung gewesen wäre.
Die dritte Runde war für das Verpacken vorgesehen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die Verpackungsabteilung meines kleinen Weihnachtsunternehmens namens Abstellraum der eigenen Wohnung bereits wegen Materialmangels geschlossen hatte.
Das Merkwürdige war: Sobald der Sand durch das Glas lief, wurde aus meinem diffusen Weihnachtsdrama wieder eine Reihe normaler Aufgaben. Vorher dachte ich gleichzeitig an Geschenke, Zahlen, Plätzchen, Lieferzeiten und die Frage, ob ich im Januar schon wieder neuen Content brauche. Mit der Sanduhr durfte immer nur ein Problem auf die Bühne. Die übrigen mussten hinter dem Vorhang warten, auch wenn mein innerer Kritiker ihnen ständig zuflüsterte, sie sollten doch einfach gemeinsam auftreten.
Natürlich saß ich nicht plötzlich vollkommen ruhig und weise vor meinem Schreibtisch. Ich schaute mehrfach auf die Sanduhr, als könnte ich durch konzentriertes Beobachten mehr Zeit hineinverhandeln. Trotzdem traf ich Entscheidungen. Eine Businessaufgabe wurde fertig, zwei bekamen einen konkreten Termin nach Weihnachten und eine dritte stellte sich bei näherem Hinsehen als Idee heraus, die ich lediglich sehr überzeugend als Pflicht verkleidet hatte.
Meine 3-Sanduhren-Regel für chaotische Tage:
1. Eine Runde für die eine Businessaufgabe, die wirklich noch wichtig ist.
2. Eine Runde für Entscheidungen statt endloser Vergleiche.
3. Eine Runde für die praktische Umsetzung – danach ist bewusst Schluss.
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Eine 30-Minuten-Sanduhr für sichtbare Grenzen
Wenn dein Handy-Timer regelmäßig dazu führt, dass du während des Einstellens noch schnell drei Nachrichten beantwortest, kann eine sichtbare Sanduhr eine angenehm einfache Alternative sein. Sie macht die verbleibende Zeit greifbar, ohne zu piepen, zu blinken oder dir vorzuschlagen, noch eine App zu aktualisieren.
Die Sanduhr erledigt die Aufgabe natürlich nicht für dich. Sie verhindert auch nicht jede Ablenkung. Aber sie kann einer Entscheidung einen klaren Rahmen geben – und genau das brauchte ich an diesem Tag.
Dann ging auch noch das Geschenkpapier aus
Es gibt Momente, in denen ein kleiner Gegenstand zum Symbol für alles wird. Bei mir war es diese Rolle Geschenkpapier. Ich zog daran, sie drehte sich einmal und präsentierte mir dann die Papprolle. Das war ihre gesamte Leistung.
Natürlich hätte ich noch einmal in einen Laden fahren können. Am 23. Dezember. Gemeinsam mit allen anderen Menschen, die Weihnachten ebenfalls erst jetzt als konkrete Terminlage anerkannt hatten. Schon bei der Vorstellung wurde mein innerer Herbst sehr deutlich: Nein.
Dann erinnerte ich mich an wiederverwendbare Weihnachtsbeutel. Solche Beutel lösen nicht das Weltgeschehen, aber sie lösen das sehr konkrete Problem, dass ein Geschenk irgendwie bekleidet unter dem Weihnachtsbaum liegen sollte. Geschenk hinein, Kordel zuziehen, Schleife richten, fertig. Kein Kampf mit Ecken, kein Klebeband am Ärmel und kein Versuch, eine zu kleine Papierfläche durch optimistisches Falten größer zu machen.
Das Beste daran: Im nächsten Jahr können sie wieder auftauchen. Vorausgesetzt, man legt sie nach Weihnachten an einen Ort, an den sich das zukünftige Ich tatsächlich erinnert. Das bleibt natürlich der fortgeschrittene Teil der Methode.
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Wiederverwendbare Weihnachtsbeutel statt Geschenkpapier-Panik
Wenn du kurz vor Weihnachten weder Zeit noch Lust auf eine weitere Einkaufstour hast, kannst du dir wiederverwendbare Geschenkbeutel ansehen. Besonders praktisch finde ich Sets mit verschiedenen Größen und Kordelzug: Geschenk hinein, zuziehen und die Verpackungsfrage ist beendet.
Prüfe vor dem Kauf bitte Maße, Material, Lieferzeit und aktuelle Bewertungen. Gerade kurz vor Weihnachten kann ich selbstverständlich nicht versprechen, dass ein bestimmter Artikel noch rechtzeitig bei dir ankommt.
Warum ich Weihnachtsgeschenke regelmäßig überbewerte
Mein eigentliches Problem waren nicht die fehlenden Geschenkideen. Mein Problem war, dass ich aus jedem Geschenk eine Botschaft machte. Es sollte persönlich, besonders, nützlich, hübsch und am besten noch überraschend sein. Außerdem durfte es nicht aussehen, als hätte ich es am 23. Dezember bestellt – selbst wenn ich es am 23. Dezember bestellt hatte.
Dabei freuen sich viele Menschen nicht deshalb über ein Geschenk, weil es eine noch nie dagewesene kreative Weltneuheit ist. Sie freuen sich, weil jemand an sie gedacht hat. Ein gut zusammengestelltes Wellness-Set kann genau deshalb völlig in Ordnung sein. Eine Decke, ein Badezusatz, eine Tasse oder eine kleine Aufmerksamkeit müssen keine Charakteranalyse ersetzen.
Für die Frauen in meinem Umfeld würde ich in so einer Situation eher zwei oder drei fertige Sets auswählen, die zu den jeweiligen Personen passen. Nicht, weil Frauen grundsätzlich Wellness-Sets brauchen. Sondern weil ich konkrete Frauen kenne, die sich über gemütliche und praktische Dinge freuen würden. Das ist ein Unterschied.
Für einige Männer in meinem Umfeld wären selbst gebackene Plätzchen in den wiederverwendbaren Beuteln eine unkomplizierte Lösung. In meiner Vorstellung natürlich zuckerärmer. Ob sie beim Probieren heimlich nach dem fehlenden Zucker suchen würden, möchte ich an dieser Stelle nicht beantworten. Weihnachten braucht schließlich auch ungelöste Fragen.
Also stand ich später tatsächlich noch in der Küche. Nicht wie eine Frau aus einer Weihnachtswerbung, die lächelnd ein perfektes Blech aus dem Ofen zieht, während im Hintergrund leise ein Klavier spielt. Eher wie die Leiterin einer sehr kleinen Produktionsstätte, deren Qualitätsmanagement aus Probieren und Hoffen bestand. Die ersten Plätzchen waren etwas zu dunkel, die zweite Runde sah besser aus und bei der dritten beschloss ich, dass unterschiedliche Formen handgemacht und nicht chaotisch wirken.
Ich füllte sie in die Beutel und stellte fest, dass ein Geschenk nicht automatisch schlechter wird, nur weil seine Entstehung keine ästhetische Adventsszene war. Niemand würde später wissen, dass ich zwischendurch Mehl vom Boden gewischt, eine Businessnotiz vom Küchentisch gerettet und mich gefragt hatte, ob zuckerarm an Weihnachten vielleicht eine sehr persönliche Form von Rebellion ist.
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Ein fertiges Wellness-Geschenkset für die letzte Entscheidungsrunde
Wenn du jemanden beschenkst, der Decken, Badezusätze oder gemütliche Kleinigkeiten mag, kann ein fertiges Geschenkset eine pragmatische Lösung sein. Du musst nicht jedes Teil einzeln zusammensuchen und bekommst trotzdem ein Geschenk, das nicht nach „Ich habe an der Tankstelle noch schnell etwas mitgenommen“ aussieht.
Was an diesem Tag nicht mehr passieren musste
Die wichtigste Entscheidung war am Ende nicht, welches Weihnachtsgeschenk ich kaufte. Es war die Entscheidung, was nicht mehr vor Weihnachten erledigt werden musste.
Mein Business musste keine vollständige neue Jahresstrategie bekommen. Eine wichtige Aufgabe reichte. Meine Geschenke mussten nicht beweisen, dass ich jede Beziehung perfekt verstanden hatte. Eine passende, ehrliche Aufmerksamkeit reichte. Und meine Verpackung musste nicht Pinterest-tauglich sein. Sie musste das Geschenk möglichst wenig sichtbar unter dem Weihnachtsbaum aussehen lassen und sich öffnen lassen. Das Anforderungsprofil war plötzlich erstaunlich übersichtlich.
Zyklusbewusst zu arbeiten bedeutete für mich an diesem Tag nicht, wegen der Lutealphase alles abzusagen. Es bedeutete auch nicht, jedes genervte Gefühl automatisch meinem Zyklus zuzuschreiben. Ich nahm nur ernst, dass mein innerer Kritiker lauter war, meine Entscheidungsenergie begrenzt und mein Kalender bereits sehr voll.
Also verkleinerte ich die Aufgaben, begrenzte die Zeit und hörte auf, aus einem vollen Tag einen Beweis für persönliches Versagen zu machen. Weihnachten war nicht plötzlich entspannt. Aber es war wieder machbar.
Das war für mich der Unterschied zwischen bewusstem Arbeiten und dem Versuch, mich noch einmal mit aller Kraft durch den Tag zu drücken. Ich erledigte nicht weniger, weil mir alles egal geworden war. Ich erledigte weniger gleichzeitig. Ich entschied klarer, wo „gut genug“ wirklich gut genug war, und sparte meine Energie für die Dinge, bei denen ich tatsächlich anwesend sein wollte.
Mein zyklusbewusster Weihnachts-Notfallplan:
Was muss wirklich vor Weihnachten passieren?
Was darf in einer einfacheren Version stattfinden?
Welche Entscheidung bekommt maximal 30 Minuten?
Was verschiebe ich bewusst auf die Zeit nach den Feiertagen?
Wo kritisiere ich gerade nicht die Aufgabe, sondern mich selbst?
Häufige Fragen zu Weihnachtsstress und zyklusbewusstem Arbeiten
Ist die Lutealphase automatisch anstrengend?
Nein. Zyklusphasen können von Frau zu Frau und von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich erlebt werden. Ich beschreibe hier ausschließlich meine persönliche Wahrnehmung. Für mich wird der innere Kritiker in dieser Phase teilweise lauter; das ist keine allgemeine Regel und keine Diagnose.
Sind fertige Geschenksets nicht unpersönlich?
Sie können unpassend sein, wenn du wahllos irgendein Set auswählst. Wenn du aber weißt, dass ein Mensch genau diese Dinge mag, ist ein fertiges Set nicht automatisch lieblos. Persönlich wird ein Geschenk nicht allein durch die Zahl der Stunden, die du beim Suchen verbracht hast.
Was bringt eine Sanduhr, wenn ich trotzdem gestresst bin?
Sie beseitigt den Stress nicht. Sie kann aber verhindern, dass eine Entscheidung unbegrenzt Zeit bekommt. Für mich ist die sichtbare Begrenzung besonders dann hilfreich, wenn ich mich in Vergleichen, Details oder Selbstkritik verliere.
Muss ich mein Business vor Weihnachten vollständig abschließen?
Nein. Lege fest, was wegen einer echten Frist erledigt werden muss und was nur deshalb dringend wirkt, weil das Kalenderjahr endet. Nicht jede offene Idee braucht noch vor Heiligabend eine Analyse, ein Konzept und einen farblich abgestimmten Projektordner.
Fazit: Weihnachten wurde nicht perfekt – aber fertig genug
Am Ende dieses Tages war mein Business nicht vollständig für das nächste Jahr vorbereitet. Die Geschenke waren nicht alle originell genug für einen Kreativpreis und die Verpackung hatte deutlich weniger mit kunstvollem Falten zu tun, als ich im November geplant hatte.
Aber die wichtigste Businessaufgabe war erledigt. Die Geschenke waren entschieden. Die wiederverwendbaren Beutel lösten ein Problem, für das ich keine Energie mehr verschwenden wollte. Und mein innerer Kritiker durfte zwar mit am Tisch sitzen, bekam aber keine alleinige Entscheidungsbefugnis.
Vielleicht ist das mein eigentliches zyklusbewusstes Weihnachten: nicht alles fallen zu lassen, aber auch nicht so zu tun, als müsste ich am 23. Dezember noch die leistungsfähigste, kreativste und aufmerksamste Version meiner selbst aufführen.
Manchmal besteht gute Planung nicht darin, früher an alles gedacht zu haben. Manchmal besteht sie darin, kurz vor knapp nicht auch noch sich selbst zum zusätzlichen Problem zu machen.
Und falls jemand meine zuckerärmeren Plätzchen tatsächlich ein bisschen zu wenig süß fand, konnte er sie immerhin aus einem sehr hübschen wiederverwendbaren Weihnachtsbeutel essen.
Maria Schwallmann
Bloggerin bei Zyklus im Koffer und nicht länger bereit, die Qualität ihrer Freundschaften anhand des kreativen Niveaus ihrer Weihnachtsgeschenke zu bewerten.
Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt meine persönlichen Erfahrungen aus dem Jahr 2025 und ersetzt keine medizinische Beratung. Zyklusphasen werden individuell erlebt. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden wende dich bitte an medizinisches Fachpersonal.
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