Sommerliches Picknick mit Decke, Korb und Snacks auf einer Wiese, daneben der Text über das Warten auf den perfekten Sommerkörper und verschobene Erlebnisse.

Früher war Sommer für mich weniger eine Jahreszeit und mehr eine unangekündigte Kleiderordnung. Plötzlich trugen alle kurze Hosen, luftige Kleider und dieses beneidenswert entspannte Gesicht, als hätten sie noch nie darüber nachgedacht, wie ihr Körper beim Sitzen auf einer Picknickdecke aussieht. Ich dagegen hatte meine lange Hose. Verlässlich, blickdicht und bei 29 Grad ungefähr so angenehm wie eine private Fußbodenheizung.

Vor allem in meiner Jugend bin ich im Sommer oft kaum rausgegangen. Nicht immer bewusst. Ich sagte mir nicht morgens feierlich: Heute verpasse ich einen schönen Tag wegen meines Körpergefühls. Ich fand einfach Gründe. Zu warm. Zu viele Menschen. Keine Lust. Vielleicht morgen. Mein innerer Ausredenservice hatte rund um die Uhr geöffnet und lieferte erstaunlich pünktlich.

Heute erkenne ich rückblickend noch etwas anderes: Gerade in der zweiten Zyklushälfte fühlte ich mich häufiger unwohler in meinem Körper. Damals hatte ich dafür keine Worte und schon gar keinen Zyklusbezug. Ich wusste nur, dass die lange Hose sich sicherer anfühlte und die eigene Wohnung plötzlich verdächtig viele Vorteile hatte.

Inzwischen denke ich anders. Wenn ich Lust auf ein Picknick habe, dann picknicke ich. Nicht erst nach einer bestimmten Zahl auf der Waage, nicht nur in der „richtigen“ Zyklusphase und nicht erst, wenn mein Bauch, meine Beine und mein Selbstbewusstsein gemeinsam einen perfekten Termin gefunden haben. Ehrlich gesagt würde ich bei dieser Terminfindung vermutlich bis zum nächsten Winter warten, wie ich mich kenne.

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Ich wartete auf einen Sommer, in dem ich mich endlich richtig fühle

Als Jugendliche dachte ich lange, Selbstbewusstsein würde irgendwann einfach auftauchen. Vielleicht gemeinsam mit einer anderen Kleidergröße, glatterer Haut und der geheimnisvollen Fähigkeit, auf Fotos nie aus Versehen die Augen zu schließen. Dann würde ich kurze Outfits tragen, mich auf eine Wiese setzen und ganz selbstverständlich zum Sommer dazugehören.

Bis dahin blieb ich lieber bedeckt. Eine lange Hose war für mich nicht nur Kleidung. Sie war eine kleine tragbare Sicherheitszone. Niemand sollte zu viel sehen, und ich selbst am besten auch nicht. Wenn andere spontan rausgingen, musste ich erst innerlich prüfen, ob mein Körper an diesem Tag öffentlichkeitstauglich war. Das klingt heute für mich auch kritisierend, aber genau so fühlte es sich an.

Das Problem war nicht die Hose. Ich trage bis heute gern lange Hosen. Das Problem war, dass ich nicht frei gewählt habe. Ich zog sie nicht an, weil sie zu meinem Stil oder zum Wetter passte, sondern weil ich glaubte, mein Körper brauche eine Verpackung, bevor er am Leben teilnehmen darf. Und wenn mir selbst diese Verpackung nicht genug Sicherheit gab, blieb ich eben zu Hause.

So verschwinden keine dramatischen Lebensjahre auf einmal. Es sind eher einzelne Nachmittage. Ein spontanes Picknick, ein Freibadbesuch, ein Eis in der Sonne, ein Foto mit Freunden. Kleinigkeiten, die man leicht verschiebt, weil ja noch viele Sommer kommen. Nur besteht ein Leben am Ende ziemlich genau aus diesen Kleinigkeiten in meiner Lebensphilosophie.

Das war dabei auch die unangenehme Erkenntnis: Ich wartete nicht nur auf einen anderen Körper. Ich ließ währenddessen Erlebnisse warten, die längst zu mir gehört hätten.

Zyklus im Koffer LogoWas ich heute anders sehe

Ich muss meinen Körper nicht erst lieben, bevor ich mit ihm nach draußen gehe. Es reicht, wenn ich aufhöre, ihm das Leben so lange vorzuenthalten, bis er meiner Wunschvorstellung entspricht.

Was mein Zyklus mit dieser Veränderung zu tun hat

Die Beschäftigung mit meinem Zyklus hat mir nicht beigebracht, meinen Körper jeden Tag wunderschön zu finden. Sie hat mir etwas Bodenständigeres gegeben: eine Erklärung dafür, warum sich mein Körpergefühl nicht jeden Tag gleich anfühlt. Früher deutete ich jeden kritischen Blick sofort als Wahrheit. Wenn ich mich unwohl fühlte, musste mit meinem Körper offenbar objektiv etwas nicht stimmen.

Heute frage ich mich zuerst, wie ich mich gerade fühle. Bin ich müde? Ist mein Kopf voll? Bin ich in einer Zyklusphase, in der ich mich empfindlicher wahrnehme? Brauche ich bequemere Kleidung, mehr Ruhe oder einfach weniger Zeit vor dem Spiegel? Keine dieser Fragen zwingt mich, das Picknick abzusagen. Sie hilft mir nur, mich mitzunehmen, statt mich zu überreden.

Das ist für mich Body Positivity im Sommer geworden. Nicht die Pflicht, meinen Körper rund um die Uhr zu feiern. Nicht der nächste positive Satz, den ich mir vorsagen muss, während ich innerlich ganz anderer Meinung bin. Sondern die Freiheit, auch mit einem mittelmäßigen Körpergefühl einen schönen Nachmittag haben zu dürfen.

Über den konkreten Moment, in dem ein Kleid anders saß und mein innerer Kritiker sofort ein vollständiges Sportprogramm eröffnen wollte, habe ich in meinem Artikel „Blähbauch vor der Periode: Warum ich meinen Bauch nicht mehr für ein Kleid bestrafe“ geschrieben. Hier geht es um den nächsten Schritt: nicht nur freundlicher vor dem Spiegel zu werden, sondern mit meinem einzigartigen Körper tatsächlich vor die Tür zu gehen.

Für mein Picknick brauche ich keinen perfekten Körper, sondern eine Decke

Heute ist mein Plan erfreulich praktisch. Wenn ich picknicken möchte, brauche ich einen Ort, etwas zu essen und eine Unterlage, auf der nicht jeder Grashalm persönlich Kontakt zu meiner Kleidung aufnehmen kann. Mein Körper muss vorher keine Aufnahmeprüfung bestehen. Er muss nur mitkommen. Das bekommt er normalerweise hin.

Eine große, faltbare Picknickdecke mit wasserabweisender Unterseite wie diese* passt deshalb für mich besser in diesen Artikel als irgendein Produkt, das einen vermeintlichen Makel korrigieren soll. Sie löst nicht mein Körpergefühl. Sie macht aber genau das Erlebnis einfacher, das ich mir früher so oft nicht erlaubt habe. Man kann sie zusammenrollen, tragen und auf einer Wiese ausbreiten, ohne vorher den Boden nach jedem verdächtigen Regenfleck zu verhören.

Natürlich kannst du auch eine alte Decke von zu Hause nehmen. Du brauchst keinen Neukauf, um dir einen Sommertag zu erlauben. Wenn du allerdings häufiger in Parks, am See oder unterwegs picknickst, kann eine waschbare Outdoor-Decke mit Tragegriff praktisch sein. Gerade dann, wenn der Boden morgens noch klamm ist oder der Ausflug nicht daran scheitern soll, dass du deine halbe Wohnung unter dem Arm trägst.

Für mich steckt darin inzwischen fast ein kleines Symbol: Früher suchte ich Gründe, zu Hause zu bleiben. Heute rolle ich eine Decke aus. Nicht immer selbstbewusst, nicht immer im perfekten Outfit und manchmal mit einer langen Hose, weil ich sie tatsächlich tragen möchte. Der Unterschied ist, dass meine Kleidung heute mitkommen darf. Sie entscheidet nicht mehr, ob ich überhaupt picknicke oder nicht.

Zyklus im Koffer LogoMein praktischer Sommerbegleiter

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Essen darf Teil des Picknicks sein und nicht die nächste Prüfung

Bei einem Picknick ohne schlechtes Gewissen geht es nicht nur darum, ob ich mich auf die Decke setze. Es geht auch darum, ob ich mir erlaube, dort tatsächlich zu essen. Denn was wäre bitte ein Picknick ohne ein paar Snacks? Eine längere Sitzung im Gras mit erhöhtem Ameisenrisiko ok, aber am Ende verstehe ich die Frage nicht.

Ich achte persönlich gern auf abwechslungsreiche und vitaminreiche Lebensmittel. Obst, Gemüse, Nüsse und Lebensmittel mit Omega-3-Quellen dürfen bei mir mit. Nicht, weil ich aus jeder Snackbox eine ernährungswissenschaftliche Abschlussprüfung machen möchte. Ich stelle mir gern Dinge zusammen, die mir schmecken und mit denen ich mich wohlfühle. Manchmal gehört dazu Obst. Manchmal etwas Herzhaftes. Und manchmal liegt zwischen den Blaubeeren etwas, das einfach nur lecker ist. Die Lebensmittelpolizei wurde zu diesem Picknick nicht eingeladen.

Praktisch finde ich dafür eine Snackbox mit mehreren herausnehmbaren Fächern. Sie trennt verschiedene Kleinigkeiten, ohne dass am Ende die Erdbeere nach Käse schmeckt und der Cracker eine unerwartete Bekanntschaft mit dem Dip geschlossen hat. Das ist kein unverzichtbares Wellnesswerkzeug, sondern schlicht eine hübsche Möglichkeit, verschiedene Snacks mitzunehmen.

Mein wichtigster Gedanke bleibt trotzdem: Eine Snackpause muss in meinen Augen nicht verdient werden, indem ich vorher möglichst wenig Raum einnehme. Ich darf hungrig zu einem Picknick gehen und satt wieder nach Hause kommen. Ich darf auf einem Foto einen Teller in der Hand halten. Und ich muss den nächsten Tag nicht benutzen, um einen schönen Nachmittag rückwirkend zu kritisieren.

Zyklus im Koffer LogoFür Obst, Nüsse und alles, was dir schmeckt

Diese runde Snackbox mit Griff und sieben herausnehmbaren Fächern kann praktisch sein, wenn du unterschiedliche Kleinigkeiten gemeinsam transportieren möchtest. Prüfe vor dem Kauf bitte Größe, Material, Reinigungshinweise und Verkäuferangaben.

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Mein Plan B für Tage mit wenig Körpermut

Auch heute wache ich nicht jeden Sommertag auf und denke: Fantastisch, heute möchte ich aus jedem Winkel fotografiert werden. Körpergefühl ist kein abgeschlossenes Projekt mit Urkunde für mich. An manchen Tagen fühle ich mich gut in Form. An anderen Tagen probiere ich drei Oberteile an und bin kurz davor, dem Wetter persönlich die Schuld zu geben.

Mein Plan B besteht dann nicht darin, mich mit positiven Sprüchen aus der Wohnung zu kommandieren. Ich mache es mir leichter. Ich wähle Kleidung, in der ich sitzen, essen und atmen kann. Ich verabrede mich mit Menschen, bei denen mein Körper nicht das Gesprächsthema des Tages wird. Ich suche einen ruhigeren Platz, wenn mir eine volle Wiese gerade zu viel ist. Und ich erlaube mir, auf Fotos nicht immer in der ersten Reihe zu stehen, ohne mich vollständig aus jeder Erinnerung zu entfernen.

Vor allem erinnere ich mich daran, dass ein unsicherer Gedanke keine Absage ist. „Ich fühle mich heute nicht besonders wohl“ darf wahr sein. Aber daraus folgt nicht automatisch: „Also darf ich nichts Schönes erleben.“ Zwischen diesen beiden Sätzen liegt für mich inzwischen der ganze Unterschied.

Vielleicht dauert das Picknick nur eine Stunde. Vielleicht trage ich doch die lange Hose. Vielleicht esse ich weniger oder mehr als geplant, weil Hunger kein minutiöses Drehbuch liest. Das alles ist kein gescheiterter Sommertag mehr für mich. Das ist ein echter Sommertag, an dem ich nicht erst eine optimierte Version von mir losschicken musste.

Kurze Fragen zu Body Positivity und Picknick im Sommer

  1. Muss ich meinen Körper lieben, um Body Positivity zu leben?
    Für mich nicht. An manchen Tagen reicht Körperneutralität: Mein Körper muss mir heute nicht gefallen, um mit mir auf einer Picknickdecke sitzen zu dürfen.
  2. Was kann ich anziehen, wenn ich mich beim Picknick unsicher fühle?
    Etwas, in dem du bequem sitzen, dich bewegen und essen kannst. Das darf ein Kleid, eine kurze Hose oder deine liebste lange Hose sein. Entscheidend ist, dass du wählst und nicht deine Angst.
  3. Wie gelingt Essen ohne schlechtes Gewissen beim Picknick?
    Nimm Lebensmittel mit, die dir schmecken und zu deinem Alltag passen, hat mir meine Oma so beigebracht. Versuche, den Nachmittag nicht in „gut“ und „schlecht“ einzuteilen. Bei starken oder anhaltenden Belastungen rund um Essen und Körperbild ist professionelle Unterstützung sinnvoll.
  4. Brauche ich eine besondere Picknickausstattung?
    Nein. Eine vorhandene Decke und Tupperdosen reichen aus. Die verlinkten Produkte sind optionale praktische Begleiter, keine Voraussetzung für einen schönen Sommertag.

Fazit: Ich verschiebe den Sommer nicht mehr

Wenn ich an mein jüngeres Ich denke, möchte ich nicht über seine lange Hose lachen. Sie hatte damals eine Aufgabe. Sie gab mir Sicherheit, als ich noch nicht wusste, wie ich freundlicher mit meinem Körpergefühl umgehen kann. Aber ich möchte diesem jüngeren Ich gern sagen: Du musst nicht warten, bis du dich vollkommen richtig fühlst. Die Wiese prüft keine Kleidergröße.

Ich will auch nicht so tun, als hätte die Beschäftigung mit meinem Zyklus jede Unsicherheit aus meinem Leben entfernt. Ich habe noch immer Tage, an denen ich mich lieber bedecke, Fotos kritisch anschaue oder vor dem Kleiderschrank kurz so tue, als hinge mein gesamter Sommer von diesem einen Outfit ab. Der Unterschied ist: Ich nehme dieses Gefühl nicht mehr automatisch als Anweisung wahr, zu Hause zu bleiben.

Heute bedeutet ein Picknick ohne schlechtes Gewissen für mich deshalb mehr als Snacks unter freiem Himmel. Es bedeutet, dass ich auftauche. Mit wechselndem Energielevel, mit unterschiedlichen Zyklusphasen, mit Appetit und manchmal auch mit Unsicherheit. Ich packe meinen Körper nicht erst um. Ich packe ihn ein.

Vielleicht beginnt dein nächster Sommertag auch nicht mit grenzenlosem Selbstbewusstsein. Vielleicht beginnt er nur damit, dass du die lange Hose bewusst auswählst, etwas einpackst, das dir wirklich schmeckt, und trotzdem die Haustür hinter dir schließt. Du musst dich nicht erst mutig fühlen, um dir einen schönen Nachmittag zu erlauben. Manchmal kommt der Mut erst mit, wenn die Decke längst auf der Wiese liegt.

Das glaubt mir keiner, aber manchmal ist Body Positivity kein mutiges Foto und keine große Liebeserklärung an den Spiegel. Manchmal ist es nur eine ausgerollte Decke, eine geöffnete Snackbox und der Gedanke: Ich bin heute trotzdem zum Picknick Termin mit mir selbst gekommen. Ganz nach dem Motto Date myself.

Zyklus im Koffer Logo

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Medizinischer und psychologischer Hinweis
Dieser Artikel basiert auf persönlichen Erfahrungen und allgemeiner redaktioneller Aufbereitung. Er ersetzt keine medizinische, psychologische, psychotherapeutische oder ernährungsbezogene Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die erwähnten Lebensmittel sind persönliche Beispiele und keine individuelle Ernährungsempfehlung. Wenn dich Gedanken über deinen Körper, Essen oder das Vermeiden sozialer Situationen stark belasten, wende dich bitte an eine entsprechend qualifizierte Fachperson.

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