Pastellfarbenes Beitragsbild zum Thema Self-Care ohne Druck für ambitionierte Frauen mit der Frage: Wie soll ich auf mich achten, wenn schon alles zu viel ist?

Ich stand irgendwann hungrig im Drogeriemarkt zwischen Hafermilch, Binden, Schokolade und dieser einen Gesichtspflege, die mir wahrscheinlich ein neues Leben versprochen hätte, wenn ich nur lange genug auf die Verpackung gestarrt hätte. Es war kein dramatischer Moment. Kein innerer Zusammenbruch mit Regen am Fenster. Eher ein normaler Alltagstag, an dem ich eigentlich nur schnell etwas besorgen wollte und plötzlich merkte, dass mein Kopf schon wieder eine komplette Konferenz eröffnet hatte: Was brauche ich wirklich? Warum bin ich so müde? Sollte ich mehr für mich tun? Habe ich überhaupt genug für mich getan? Und zählt Schokolade als Selbstfürsorge, wenn sie zusammen mit Periodenprodukten im Einkaufskorb liegt?

Vielleicht kennst du genau diese Sorte Moment. Du willst einfach nur funktionieren, aber dein Körper, dein Kopf und dein Alltag haben offensichtlich keine gemeinsame Team-Besprechung gehabt. Du stehst irgendwo zwischen „Ich will mir etwas aufbauen“ und „Ich müsste mich dringend mehr um mich kümmern“ und fragst dich, wie Selbstfürsorge helfen soll, wenn sie sich selbst schon wieder wie eine Aufgabe anfühlt. Das glaubt mir keiner, aber ich habe in diesem Moment ernsthaft kurz überlegt, ob ich Self-Care gerade auch noch falsch angehe.

Ich habe die Schokolade trotzdem gekauft. Die Binden auch. Die Gesichtspflege nicht. Und was an diesem Abend passiert ist, war weniger spektakulär als jede perfekte Self-Care-Routine auf Social Media — aber genau deshalb hat es mir mehr gezeigt als jeder hübsche Rat à la „Nimm dir einfach Zeit für dich“. Darauf komme ich am Ende zurück. Denn genau da beginnt für mich die eigentliche Frage dieses Artikels: Was bedeutet Self-Care wirklich, wenn du keine Frau bist, die zu wenig weiß, sondern eine Frau, die zu viel trägt?

Hinweis zu Empfehlungen

Dieser Artikel basiert auf persönlichen Erfahrungen, allgemeinen Informationen und redaktioneller Aufbereitung. Er ersetzt keine medizinische, psychologische oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Beschwerden neu, stark, anhaltend oder belastend sind, wende dich bitte an eine entsprechend qualifizierte Fachperson.

Self-Care Day: Warum dieser Tag nicht nach zusätzlichem Druck klingen sollte

Der internationale Self-Care Day findet jedes Jahr am 24. Juli statt. Die Zahl ist bewusst gewählt, weil 24/7 daran erinnern soll, dass Selbstfürsorge nicht nur einmal im Jahr ein hübsches Thema ist, sondern grundsätzlich jeden Tag eine Rolle spielen darf. Laut WHO beginnt der Self-Care Month am 24. Juni und endet am 24. Juli, also genau an diesem Self-Care Day.

Das klingt schön. Aber genau hier wird es schnell gefährlich. Denn aus „Selbstfürsorge darf jeden Tag wichtig sein“ wird in unseren Köpfen schnell: „Ich muss mich jetzt jeden Tag optimal um mich kümmern.“ Und zack, schon haben wir aus einer Entlastung wieder eine Leistung gemacht. Sehr effizient. Leider in die falsche Richtung.

Die WHO beschreibt Self-Care deutlich bodenständiger, als viele Social-Media-Bilder vermuten lassen. Es geht darum, dass Menschen, Familien und Gemeinschaften Gesundheit fördern, Krankheiten vorbeugen, Gesundheit erhalten und mit Krankheit oder Beschwerden umgehen können — mit oder ohne Unterstützung durch Fachpersonal. Self-Care ist also nicht nur Badewanne, Gesichtsmaske oder Journaling bei Kerzenschein. Es geht um Handlungsfähigkeit. Um Gesundheit. Um Alltagskompetenz. Um die Fähigkeit, sich selbst nicht komplett aus dem Blick zu verlieren.

Kurz auf dem Boden bleiben: Was bedeutet Self-Care offiziell?

Die WHO versteht Self-Care als Fähigkeit von Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften, Gesundheit zu fördern, Krankheiten vorzubeugen, Gesundheit zu erhalten und mit Krankheit oder Behinderung umzugehen — mit oder ohne Unterstützung durch medizinisches Fachpersonal.

Der Self-Care Month beginnt laut WHO am 24. Juni. Der internationale Self-Care Day am 24. Juli steht symbolisch für 24/7, also dafür, dass Selbstfürsorge nicht nur ein einzelner Termin im Kalender sein sollte.

Quellen: WHO Fact Sheet zu Self-Care · WHO Health Topic Self-Care · WHO Self-Care Month 2026

Woher kommt Self-Care eigentlich?

Wenn man heute Self-Care hört, sieht man schnell diese typischen Bilder vor sich: Badewanne, Kerze, Tee, Gesichtsmaske, weiche Decke, Buch auf dem Bett, alles farblich abgestimmt und niemand hat irgendwo Wäsche liegen. Ich sage das ohne Bitterkeit. Ich wertschätze Ordnung. Ich mag kleine Me-Times. Ich finde eine kuschelige Decke nicht weniger wichtig als manche Lebensentscheidung und an bestimmten Zyklustagen würde ich diese Aussage sogar notariell beglaubigen lassen wollen.

Aber Self-Care war ursprünglich nicht einfach ein Lifestyle-Begriff für hübsche Pausen. Der Begriff kommt stark aus dem Gesundheitskontext. Es ging darum, mit Gesundheit, Körper, Beschwerden und Alltagssituationen bewusster und handlungsfähiger umzugehen. Nicht im Sinne von: Du musst alles allein schaffen. Sondern im Sinne von: Du darfst dich selbst ernst nehmen, bevor aus einem kleinen Signal ein großes Problem wird.

Später wurde Self-Care auch in feministischen und aktivistischen Zusammenhängen wichtig. Dort bedeutete Selbstfürsorge nicht Luxus, sondern Erhalt. Wer ständig funktionieren, kämpfen, leisten oder sich behaupten muss, braucht Formen der Fürsorge, um nicht innerlich leerzulaufen. Und auch wenn ich daraus hier keine große politische Analyse machen möchte, trifft mich dieser Kern sehr: Selbstfürsorge ist nicht das Sahnehäubchen auf einem perfekten Leben. Sie ist manchmal der Grund, warum man überhaupt weitergehen kann.

Für ambitionierte Frauen ist Selbstfürsorge oft komplizierter

Viele Frauen, vielleicht auch du, die sich etwas aufbauen wollen, denken nicht zu wenig nach. Sie denken eher sehr viel. Sie planen, vergleichen, lernen, reflektieren, recherchieren, verbessern, überarbeiten und optimieren. Und wenn sie erschöpft sind, versuchen sie sogar die Erholung noch zu verbessern.

Genau dann kippt Self-Care: Aus Selbstfürsorge wird Selbstverwaltung. Aus Ruhe wird eine Aufgabe. Aus Körpergefühl wird ein weiteres Kontrollsystem. Und aus „Ich kümmere mich um mich“ wird „Ich optimiere sogar meine Erschöpfung“. Herzlichen Glückwunsch, wir haben den Wellness-Endgegner erreicht.

Ich glaube, Frauen mit Zielen haben bei Selbstfürsorge ein besonderes Problem. Nicht, weil sie nicht wissen, dass Pausen wichtig sind. Das wissen sie meistens sehr genau. Das Problem ist eher, dass Wissen allein noch keine Entlastung schafft. Wer viel vorhat, versucht oft, sich über Struktur zu beruhigen. Wenn etwas unsicher ist, mache ich einen Plan. Wenn ich mich überfordert fühle, sortiere ich. Wenn ich innerlich wackele, recherchiere ich. Wenn ich eigentlich eine Pause bräuchte, denke ich manchmal darüber nach, wie ich meine Pause sinnvoller gestalten könnte.

Das glaubt mir keiner, aber mein Kopf kann sogar aus Erholung ein kleines Projekt mit Zwischenzielen machen. Dann geht es nicht mehr darum, sich selbst zu spüren, sondern sich selbst zu verwalten. Man fragt nicht mehr: „Was brauche ich?“ Man fragt: „Welche Routine fehlt mir noch?“ Als müsste der Körper nach zehn Minuten Pause einen Ergebnisbericht abgeben. Genau deshalb braucht Selbstfürsorge wieder mehr Ehrlichkeit und weniger Klemmbrett.

Der Moment, in dem Self-Care zur Falle wird

Es passiert leise. Du speicherst einen Beitrag. Dann noch einen. Dann kaufst du vielleicht ein Journal. Dann planst du eine Morgenroutine. Dann merkst du, dass du sie nicht durchziehst. Dann fühlst du dich schlecht. Dann brauchst du Selbstfürsorge, weil dich deine Selbstfürsorge stresst. Das ist keine Pause mehr. Das ist ein Kreisverkehr mit Duftkerze.

Und genau deshalb wurde mir dieser Drogeriemarkt-Moment so deutlich. Ich stand nicht dort, weil ich keine Ahnung hatte, was mir guttun könnte. Ich stand dort, weil ich schon wieder versucht habe, die perfekte Antwort auf einen ziemlich einfachen Zustand zu finden: Ich war müde, hungrig, zyklisch empfindlicher und innerlich voll. Manchmal ist die Wahrheit so unspektakulär, dass unser Kopf sie beleidigend findet.

Self-Care ist nicht noch eine To-do. Self-Care ist die Frage, was heute wirklich trägt.

Ich finde, wir müssen Selbstfürsorge wieder von diesem perfekten Bild befreien. Self-Care muss nicht um 6:30 Uhr stattfinden. Sie muss nicht mit einer Tasse Tee beginnen, die in ruhiger Würde auf einem Holztisch steht. Meine Tassen stehen meistens irgendwo und werden kalt, weil ich „nur kurz“ etwas fertig machen wollte. Auch das ist ein Lebensstil, nur eben kein besonders fotogener.

Echte Selbstfürsorge kann sehr unspektakulär sein. Sie kann bedeuten, eine Nachricht erst später zu beantworten, nicht noch einen Termin in eine volle Woche zu schieben, während der zweiten Zyklushälfte keine Grundsatzentscheidung über das eigene Leben zu treffen oder vor dem nächsten Arbeitsschritt wirklich zu essen. Für mich ist Self-Care heute weniger die Frage: Was kann ich noch hinzufügen? Sondern eher: Was kann ich weglassen, damit ich wieder bei mir ankomme?

Vielleicht ist Selbstfürsorge nicht die Kunst, noch mehr für dich zu tun. Vielleicht ist sie die ehrlichere Kunst, endlich aufzuhören, gegen dich zu arbeiten.

Wenn du ständig denkst, brauchst du vielleicht keinen weiteren Tipp

Es gibt eine Erschöpfung, die nicht nur vom Tun kommt. Sie kommt vom ständigen inneren Durchspielen. Soll ich anfangen? Soll ich warten? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt? Was, wenn ich mich falsch entscheide? Was, wenn es nicht klappt? Und die besonders charmante Variante: Was, wenn es klappt und dann noch mehr von mir erwartet wird?

Dieses Denken sieht von außen oft nicht nach Arbeit aus. Vielleicht sitzt du nur am Küchentisch mit kaltem Kaffee, Laptop offen, Notizbuch daneben und eigentlich passiert nichts Sichtbares. Aber innerlich läuft eine Strategiekonferenz mit fünf Abteilungen, drei Krisenszenarien und einer Person, die ständig fragt, ob es dafür nicht noch ein besseres Tool gibt. Ich habe irgendwann gemerkt, dass Grübeln auch Energie kostet. Nicht so sichtbar wie ein voller Arbeitstag, aber manchmal genauso viel.

An dieser Stelle passt für mich ein digitaler Kurs wie „Vom Denken ins Tun“ nicht als neuer Druckpunkt, sondern als Begleitung für genau diesen Übergang: raus aus dem Kopf-Kino, rein in kleinere Entscheidungen. Nicht, weil ein Kurs dein Leben für dich löst. Das wäre bequem, aber leider ist das Leben nicht Copecart mit Wunderknopf. Sondern weil es manchmal hilft, eine Stimme von außen zu haben, die nicht noch mehr Theorie liefert, sondern Bewegung möglich macht.

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Audio-Kurs: Vom Denken ins Tun

Wenn du merkst, dass du viel analysierst, aber trotzdem nicht in Bewegung kommst, kann ein Audio-Kurs wie „Vom Denken ins Tun“ gut zu diesem Thema passen. Besonders sinnvoll finde ich daran, dass es nicht nur um Motivation geht, sondern um Entscheidungen, Körper-Techniken und kleine erste Schritte.

Kleiner ehrlicher Nachteil: Auch ein guter Kurs nimmt dir die Entscheidung nicht komplett ab. Frech, ich weiß. Aber er kann helfen, den ersten Schritt kleiner und machbarer zu gestalten.

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Warum Loslassen manchmal erwachsener ist als Durchziehen

Ich liebe Dranbleiben. Ohne Dranbleiben entsteht nichts. Kein Blog, kein Business, kein Buch, kein neues Lebensgefühl. Alles, was wirklich wachsen soll, braucht eine gewisse Sturheit. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Dranbleiben und Sich-selbst-übergehen. Dranbleiben bedeutet, dass ich meinen Weg ernst nehme und mein Tempo anpasse. Sich selbst übergehen bedeutet, dass ich jedes Signal ignoriere, bis mein Körper irgendwann lauter werden muss.

Loslassen heißt für mich: Ich höre auf, Dinge festzuhalten, die mir nur noch Druck machen, aber keine echte Richtung mehr geben. Alte Erwartungen. Alte Pläne. Alte Selbstbilder. Alte Routinen, die mal hilfreich waren und inzwischen klingen wie eine strenge Lehrerin mit Duftkerze.

Deshalb passt das Hörbuch „Lass los – das Leben darf leicht sein“ von Shunmyo Masuno. Nicht als Versprechen, dass man danach für immer gelassen durch den Alltag schwebt. Ich persönlich schwebe selten. Ich gehe eher zügig mit Gedanken im Kopf und Kaffee irgendwo in Reichweite. Aber als Gegenimpuls zum Kontrollmodus kann so ein Hörbuch genau richtig sein.

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Hörbuch: Lass los – das Leben darf leicht sein

Wenn dein Kopf gerne alles kontrolliert, jedes Szenario dreimal durchspielt und selbst Ruhe noch organisieren möchte, kann „Lass los – das Leben darf leicht sein“ ein schöner Gegenimpuls sein.

Passt besonders, wenn: du oft im Kontrollmodus bist, schwer abschaltest oder merkst, dass dein Kopf dein komplettes Leben mit Klemmbrett beaufsichtigen möchte.

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Self-Care und Zyklus: Nicht jeder Tag braucht dieselbe Version von dir

Auf meinem Blog geht es nicht darum, dass du deinen Zyklus perfekt beherrschen musst. Ich will keine neue Regelwelt aufmachen, in der du morgens deinen Zyklustag prüfst und dann weißt, welche Persönlichkeit heute offiziell freigeschaltet ist. Tag 12: sichtbar. Tag 23: bitte nicht ansprechen. Tag 1: Decke, Wärmflasche, keine Grundsatzdiskussionen. Auch wenn Letzteres manchmal erstaunlich realitätsnah klingt.

Für mich bedeutet zyklusbewusste Selbstfürsorge eher, dass ich meinen Körper nicht mehr grundsätzlich als Störung behandle. Viele Frauen merken im Laufe ihres Zyklus Veränderungen in Energie, Körpergefühl, Stimmung, Reizbarkeit, Konzentration oder Rückzugsbedürfnis. Nicht jede Frau erlebt das gleich. Und natürlich ist nicht jeder schlechte Tag hormonell. Manchmal ist ein schlechter Tag einfach ein schlechter Tag. Oder ein WordPress-Problem. Was, wie wir alle wissen, eine eigene Kategorie emotionaler Belastbarkeit verdient.

Trotzdem ist der Zyklus ein guter Hinweisgeber. In einer aktiveren Phase kann Selbstfürsorge bedeuten, Ideen umzusetzen und den Schwung zu nutzen. In einer empfindlicheren Phase kann sie bedeuten, weniger Reize einzuplanen, Erwartungen zu senken und dem inneren Kritiker nicht direkt ein Mikrofon hinzustellen. Und während der Periode kann Selbstfürsorge manchmal sehr schlicht sein: Wärme, Ruhe, weniger erklären.

Wichtiger gesundheitlicher Hinweis

Ich schreibe hier aus persönlicher Erfahrung und nicht als Ärztin. Wenn du starke, anhaltende oder sehr belastende Beschwerden rund um deinen Zyklus, deine Stimmung, deinen Schlaf oder deinen Körper hast, lass sie bitte ärztlich abklären. Selbstfürsorge kann unterstützen, ersetzt aber keine Diagnose oder Behandlung.

Der Körper braucht manchmal keine Erkenntnis, sondern ein Signal

Ich liebe Reflexion. Wirklich. Aber nicht jeder Zustand will sofort analysiert werden. Manchmal braucht der Körper kein neues Konzept. Manchmal braucht er ein Signal: warm, weich, sicher, langsamer, weniger Reize, kurz raus aus dem Funktionieren. Das klingt fast zu einfach, aber genau deshalb übersehen wir es so oft.

Frauen, die viel im Kopf sind, versuchen körperliche Erschöpfung manchmal mit Denken zu lösen. Dann sitzt man da, müde und angespannt und überlegt, warum man so angespannt ist, welche Muster dahinterliegen, ob das zyklisch ist, ob man darüber schreiben könnte und ob es dazu eine Studie gibt. Währenddessen sitzt der Körper daneben und sagt vermutlich: Eine Decke hätte gereicht, Maria.

Genau deshalb mag ich physische Self-Care-Anker. Nicht, weil eine Kuscheldecke dein Leben löst. Sonst wären Sofas wahrscheinlich die erfolgreichsten Coaches der Welt. Sondern weil der Körper manchmal über einfache Signale schneller versteht als der Kopf: eine Tasse in der Hand, eine Wärmflasche auf dem Bauch, eine Decke auf den Schultern, zehn Minuten ohne Input.

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Gemütliche Kuscheldecke als kleiner Körper-Anker

Ja, manchmal ist Selbstfürsorge wirklich nur eine Decke. Nicht als Lifestyle-Statement, sondern als klares Signal an deinen Körper: Ich muss gerade nicht kämpfen.

Passt besonders, wenn du abends schlecht runterkommst, während deiner Periode mehr Wärme brauchst oder deinem Körper einen unkomplizierten Ruhe-Anker geben möchtest.

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7 Formen von Selbstfürsorge, die nicht nach weiterer Aufgabe klingen

Vielleicht wird Self-Care leichter, wenn wir sie nicht mehr nur als Aktivität sehen. Denn sobald Selbstfürsorge immer etwas ist, das du zusätzlich tun musst, konkurriert sie mit deiner ohnehin vollen Liste.

Eine hilfreichere Frage ist für mich nicht: Was muss ich jetzt noch für mich tun? Sondern: Wo kann ich aufhören, gegen mich zu arbeiten?

  • Eine Entscheidung kleiner machen. Nicht dein ganzes Leben lösen. Nur den nächsten Schritt.
  • Eine Grenze früher setzen. Nicht erst, wenn du innerlich schon brennst wie ein überforderter Adventskranz.
  • Eine Pause nicht erklären. Du musst nicht erst eine Präsentation über deine Erschöpfung halten, um Ruhe zu verdienen.
  • Den Zyklus beobachten, ohne ihn zu bewerten. Nicht jede Schwankung ist ein Charakterfehler.
  • Den Körper körperlich unterstützen. Wärme, Schlaf, Essen, Wasser, weniger Reize. Basics, aber nicht banal.
  • Gedanken aus dem Kopf holen. Nicht als endloses Journaling-Projekt, sondern als Gedankenablage. Raus damit. Der Kopf ist kein Lagerraum.
  • Etwas nicht optimieren. Einfach machen. Einfach ruhen. Einfach sein lassen. Revolutionär, ich weiß.

Das klingt unspektakulär. Aber genau darin liegt die Kraft. Selbstfürsorge muss nicht jedes Mal dein Leben verändern. Manchmal reicht es, wenn sie verhindert, dass du dich selbst verlierst.

Meine Self-Care-Frage für ambitionierte Frauen

Wenn du aus diesem Artikel nur eine Frage mitnimmst, dann vielleicht diese: Was würde mich heute wirklich tragfähiger machen? Nicht schöner. Nicht perfekter. Nicht produktiver. Nicht besser vergleichbar mit der Frau aus dem Reel, die angeblich um 5 Uhr morgens schon ihr Leben reguliert, eine Firma führt und dabei aussieht, als hätte sie noch nie einen schlechten BH getragen.

Vielleicht ist es eine Entscheidung. Vielleicht eine Grenze. Vielleicht Schlaf. Vielleicht ein Spaziergang. Vielleicht ein Kurs, der dich aus dem Grübeln holt. Vielleicht ein Hörbuch, das dich ans Loslassen erinnert. Vielleicht eine Decke, weil dein Körper gerade keine Erkenntnis braucht, sondern Wärme. Und vielleicht ist es auch etwas sehr Unromantisches: den Laptop zuklappen, obwohl noch nicht alles fertig ist.

Kleiner Self-Care-Check-in für heute

Frag dich nicht: „Was müsste ich jetzt alles für mich tun?“ Frag lieber:

  • Was kostet mich gerade unnötig Energie?
  • Was habe ich schon zu lange ignoriert?
  • Was wäre heute die kleinste Form von Entlastung?
  • Welche Entscheidung würde meinen Kopf leiser machen?
  • Was braucht mein Körper, bevor mein Kopf wieder diskutiert?

Keine perfekte Auswertung nötig. Ein ehrlicher Satz reicht manchmal schon.

Was an diesem Drogeriemarkt-Abend wirklich passiert ist

Ich kam nach Hause. Ich hätte theoretisch eine sehr bewusste Self-Care-Routine machen können. Licht dimmen, Journal holen, Tee aufsetzen, reflektieren, vielleicht noch ein bisschen Ordnung schaffen, damit die Umgebung auch zur inneren Ruhe passt. Klingt gut. Klingt erwachsen. Klingt nach einer Frau, die ihr Leben im Griff hat.

Ich habe stattdessen gegessen. Dann habe ich die Schokolade geöffnet, mich unter eine Decke gesetzt und nichts optimiert. Kein großes Ritual. Keine perfekte Routine. Keine Selbstanalyse mit drei Zwischenüberschriften. Ich habe nur gemerkt: Ich war nicht falsch. Ich war müde. Hungrig. Zyklisch empfindlicher. Überreizt. Und mein Körper brauchte kein neues Konzept, sondern Versorgung.

Das war nicht glamourös. Aber es war ehrlich. Und genau da habe ich verstanden, warum mich dieses Thema so beschäftigt. Self-Care ist nicht noch ein Projekt, das ich perfekt umsetzen muss. Self-Care ist manchmal der Moment, in dem ich mich nicht länger behandle wie eine Aufgabe, die endlich besser organisiert werden muss.

Häufige Fragen zum Self-Care Day und echter Selbstfürsorge

Wann ist Self-Care Day?

Der internationale Self-Care Day findet jedes Jahr am 24. Juli statt. Die Zahl 24/7 steht symbolisch dafür, dass Selbstfürsorge nicht nur einmal im Jahr wichtig ist, sondern grundsätzlich im Alltag eine Rolle spielen darf.

Was bedeutet Self-Care wirklich?

Self-Care bedeutet nicht nur Wellness oder Entspannung. Im Gesundheitskontext geht es darum, Gesundheit zu fördern, Beschwerden ernst zu nehmen und im Alltag handlungsfähig zu bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen Self-Care und Selbstoptimierung?

Selbstoptimierung fragt oft: Wie werde ich besser, leistungsfähiger oder kontrollierter? Echte Selbstfürsorge fragt eher: Was brauche ich, um gesund, klar und verbunden mit mir zu bleiben?

Was hat Self-Care mit dem Zyklus zu tun?

Der Zyklus kann ein hilfreicher Hinweisgeber sein, weil Energie, Körpergefühl und Stimmung sich bei vielen Frauen im Laufe des Zyklus verändern können. Das heißt nicht, dass du dich komplett nach Phasen richten musst, aber du darfst wiederkehrende Muster ernst nehmen.

Fazit: Self-Care ist nicht noch ein Projekt. Sie ist die Rückkehr zu dir.

Ich glaube, der Self-Care Day kann ein schöner Anlass sein. Aber nicht, weil du an diesem Tag besonders perfekt für dich sorgen musst. Für mich ist er eher eine Erinnerung daran, den Begriff zurückzuholen: weg von der perfekten Morgenroutine, weg von der Idee, dass Erholung hübsch aussehen muss, weg von noch mehr Druck, noch mehr Kontrolle, noch mehr „Du musst nur“.

Hin zu einer ehrlicheren Frage: Wie kann ich leben, arbeiten, aufbauen und wachsen, ohne mich selbst dabei zu verlieren? Für ambitionierte Frauen ist das keine Nebensache. Das ist die Basis. Denn du brauchst deine Energie nicht nur für heute. Du brauchst sie für den Weg, den du gehen willst. Für dein Business. Für deine Ideen. Für deine Beziehungen. Für deinen Körper.

Selbstfürsorge heißt nicht, dass du weniger willst. Vielleicht heißt sie sogar, dass du deine Ziele ernster nimmst, weil du endlich begreifst, dass du nicht gegen dich selbst dort ankommst. Also nein: Self-Care ist nicht noch ein Punkt auf deiner To-do-Liste. Self-Care ist manchmal der Moment, in dem du die Liste anschaust, tief ausatmest und ehrlich sagst: Heute nicht alles. Heute nicht gegen mich. Heute so, dass ich morgen noch bei mir bin.

Maria Schwallmann

Bloggerin bei Zyklus im Koffer und überzeugt davon, dass Selbstfürsorge nicht noch ein Projekt sein sollte — vor allem nicht für Frauen, die ohnehin schon genug tragen.